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Neue Ortsdurchfahrt in Huttwil«Die Situation ist unzumutbar»

Die Stimmberechtigten wollen, dass der Gemeinderat beim Kanton mehr Druck für sofortige Verbesserungen macht.

An der Bahnhofstrasse: Die aufgemalten Querungshilfen wurden inzwischen durch definitive ersetzt. Die Situation habe sich dadurch aber nicht verbessert, ist man sich in Huttwil einig.
An der Bahnhofstrasse: Die aufgemalten Querungshilfen wurden inzwischen durch definitive ersetzt. Die Situation habe sich dadurch aber nicht verbessert, ist man sich in Huttwil einig.
Foto: Beat Mathys

Die Situation an der Huttwiler Ortsdurchfahrt sei unzumutbar, stellte Erich Stamm an der Gemeindeversammlung fest. Insbesondere zu Stosszeiten. «Ältere, unsichere oder ängstliche Leute kommen kaum oder erst nach längerem Warten auf die andere Strassenseite.»

Für den «unzumutbaren» Zustand sorgen einerseits die fehlenden Fussgängerstreifen, weil seit der Sanierung Tempo 30 gilt. Andererseits die Ampel bei der Baustelle der dritten Sanierungsetappe. Dabei, zeigte Erich Stamm auf, gelte das Verbot von Fussgängerstreifen gar nicht absolut. Er verwies auf die entsprechende Verordnung des Bundes, in der steht, dass die gelben Markierungen dort angebracht werden dürfen, «wo besondere Vortrittsbedürfnisse für Fussgänger dies erfordern».

Längere Diskussion

Und dann hatte Stamm noch einen «Hammer» parat: In seiner Antwort auf eine Motion hatte der Bundesrat festgehalten, dass das Verbot insbesondere keine Anwendung finde, wenn Tempo 30 auf Innerorts-Hauptachsen signalisiert werde. «Dort wäre der Grundsatz nicht adäquat», steht in der Antwort der Landesregierung. Einzuhalten seien lediglich die Normen für Fussgängerstreifen.

Erich Stamm stellte deshalb der Versammlung den Antrag, den Gemeinderat zu beauftragen, sich für mindestens zwei Fussgängerstreifen an der sanierten Ortsdurchfahrt einzusetzen. Zudem soll er die nötigen Erhebungen dafür veranlassen.

Er stiess damit eine längere Diskussion an, in der seine Forderungen breite Unterstützung fanden. Der zuständige Gemeinderat Alexander Grädel (EDU) zeigte zwar auf, dass die Gemeinde bisher nicht untätig war. Sie blieb jedoch beim Kanton erfolglos. Grädel räumte aber ein, dass die Haltung des Kantons nicht ohne Widersprüche ist. So habe dieser eben einen provisorischen Fussgängerstreifen bei der Coop-Baustelle an der Hofmattstrasse bewilligt, weil dort die Tiefgarage in Betrieb genommen werden soll.

Nicht nur «Bittibätti» machen

Man müsse eben beim Kanton nicht nur «Bittibätti» machen, sondern fordern, wurde ihm entgegengehalten. Und zwar vor allem für die jetzige Situation mit der Ampel, welche die Situation verschärft. Es gehe nicht an, jetzt zu beobachten und für später Korrekturen in Aussicht zu stellen. Es wurden sogar Stimmen laut, die Gemeinde müsse nun selbst handeln und nicht mehr beim Kanton vorstellig werden.

Diesen Stimmen hielt Gemeindepräsident Walter Rohrbach (BDP) entgegen, der Gemeinderat wolle zwar dezidiert auftreten, damit aber den Rechtsweg nicht verlassen. Am Schluss wurde der Antrag von Erich Stamm von den 56 Anwesenden (1,6 Prozent von 3505) einstimmig angenommen.

Für den Antrag setzten sich auch die beiden anwesenden Grossräte Andreas Schüpbach (SVP) und Johann Ulrich Grädel (EDU) ein. Sie zeigten sich überzeugt, dass mit dem Kanton innerhalb eines Monats eine Lösung gefunden werden kann.

Schärfer gegen Schleichverkehr vorgehen

Zu den Massnahmen, welche die Kommission für öffentliche Sicherheit bisher getroffen hat, gehört auch, dass die Automobilisten vor der Ortsdurchfahrt mit Tafeln angehalten werden, keine Schleichwege zu benutzen, sondern trotz Baustelle auf der Hauptstrasse zu bleiben. Auch hier verlangten Betroffene schärfere Massnahmen, sei doch die Verkehrszunahme zum Teil enorm.

Adrian Lienhart (SVP), Gemeinderat mit Ressort Bildung, nahm den Auftrag entgegen, zusammen mit der Schulleitung Anstrengungen zu unternehmen, damit sich mehr Eltern als «Chellelifrauen» zur Verfügung stellen – wobei es durchaus auch «Chellelimanne» sein dürften. Diese seien gerade jetzt wichtig, da die Situation für die kleineren Schüler gegenwärtig besonders schwierig sei.