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Interview mit Risikopsychologe«Die soziale Norm des Maskentragens ist matchentscheidend»

Ralph Hertwig erforscht, wie wir in unübersichtlichen Krisen Entscheidungen fällen, und erklärt unser Hü und Hott während der Corona-Pandemie.

An der Limmat in Zürich gab es Ende Juni kein Halten mehr – und auch kein Social Distancing.
An der Limmat in Zürich gab es Ende Juni kein Halten mehr – und auch kein Social Distancing.
Foto: Urs Jaudas

Anfangs explodierten Hamsterkäufe, jetzt sind die Strände voll, die Clubs auch: Das Virus ist da, die Angst ist weg. Was ist mit unserer Risikoeinschätzung passiert?

Tatsächlich hat sich die Einschätzung der Gefährlichkeit in der Bevölkerung gar nicht so stark verändert seit dem Lockdown, sondern eher die Einschätzung, wie wahrscheinlich es ist, sich zu infizieren. Um das einmal mit Zahlen zu verdeutlichen: Laut der regelmässigen, repräsentativen Umfrage Cosmo – Covid-19 Snapshot Monitoring (hier gehts zur Untersuchung) – hielten Ende Juni 34 Prozent der Bevölkerung in Deutschland das Virus für eher oder gar extrem gefährlich. Das entspricht den Zahlen von April und Mai und liegt deutlich höher als die 26 Prozent von Anfang März. Aber: Nur ungefähr jeder Fünfte betrachtete es Ende Juni als eher oder extrem wahrscheinlich, sich zu infizieren. Im April war das noch etwa jeder Dritte. Dazu passt, dass die Bereitschaft zu Schutzmassnahmen nach wie vor hoch ist: Über 80 Prozent befürworten Social Distancing und Maskentragen. Aber gleichzeitig hat sich die Polarisierung verschärft.

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