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Essay zum Leben in Corona-ZeitenDie verwirrte Gesellschaft

In der Corona-Krise kommt unser Zeitgefühl ins Wanken – im Gesellschaftlichen wie im Privaten. Die einen haben mehr Zeit, bei anderen ist alles noch angespannter. Wir machen die Erfahrung der Haltlosigkeit.

Die Welt scheint mit Corona so anders: Praktisch menschenleere 5th Avenue in New York.
Die Welt scheint mit Corona so anders: Praktisch menschenleere 5th Avenue in New York.
REUTERS/Eduardo Munoz

Was ist das für eine Zeit? Alle, die über die Kontaktsperre auf der ganzen Welt nachdenken, sind sich in einer Frage einig: So etwas hat es in der Geschichte der Moderne noch nicht gegeben.

«Eines kann man sagen: So viel Wissen über unser Nichtwissen und über den Zwang, unter Unsicherheit handeln und leben zu müssen, gab es noch nie.» Das hat Jürgen Habermas gerade der Frankfurter Rundschau über die Pandemie gesagt.

Und John Gray, britischer Philosoph und Berufs-Desillusionierer, schreibt über den Umgang mit dem Infektionsrisiko im New Statesman: «Dies ist kein temporärer Bruch in einem sonst stabilen Gleichgewicht. Die Krise, die wir durchleben, ist ein Wendepunkt in der Geschichte.» Der Wendepunkt bestehe darin, dass der Höhepunkt der Globalisierung nun wirklich vorbei sei. Aber es sei noch mehr, so John Gray: «Es ist nicht bloss die Gesellschaft, die sich schwankend anfühlt. Auch die Stellung des Menschen in der Welt tut es.»

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