50 Millionen für die Super League?

Die Erträge im Schweizer Fussball wachsen, bleiben im europäischen Vergleich aber unbedeutend.

Bleiben wohl wichtigster Partner des Schweizer Fussballs: Teleclub und die SRG.

Bleiben wohl wichtigster Partner des Schweizer Fussballs: Teleclub und die SRG. Bild: Keystone

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Die Swiss Football League (SFL) soll mit den neuen und ab Sommer 2017 gültigen TV- und Marketingverträgen gegen 50 Millionen Franken jährlich einnehmen, wie «Watson» berichtet. Die bisherigen und seit 2013 geltenden Kontrakte laufen noch eine Saison und bringen der SFL mit ihren je 10 Super- und Challenge-League-Clubs jährlich 28 Millionen Franken ein, die sich aus dem Verkauf der Medien- (24 Millionen) und Marketingrechte (4 Millionen, unter anderem vom Titelsponsor Raiffeisen) zusammensetzen.

Mit dem neuen 4-Jahres-Vertrag soll allein der Verkauf der Medienrechte 35 Millionen Franken pro Saison einbringen, dazu käme massiv mehr Geld aus dem Marketingtopf. Die SFL will sich zu den Zahlen nicht äussern, weil die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen und die Verträge nicht unterschrieben seien. Brancheninsider bestätigen allerdings, dass die 35 Millionen Franken für die Medienrechte im realistischen Bereich liegen. Wichtigste TV-Partner der Liga dürften erneut Swisscom/Teleclub sein; sie haben sich in der Ausschreibung unter anderem gegen Suissedigital durchgesetzt, den Verbund der Schweizer Glasfasernetzbetreiber. Auch das Schweizer Fernsehen soll nach Vorstellungen der Liga im ähnlichen Rahmen berichten wie bisher. SRF zeigt derzeit pro Runde ein Livespiel.

Bundesliga: Plus 580 Millionen

Gegen 50 Millionen Franken Einnahmen mit dem Rechteverkauf würden fast eine Verdoppelung bedeuten, ihre Ziele hätte die SFL damit aber trotzdem verfehlt. Sie schaute nach Belgien (11 Millionen Einwohner), wo die Liga 75 Millionen Franken einnimmt. Und auch die Super-League-Vereine würden mit dem neuen Kontrakt nicht mit Geld überschwemmt. Bisher verteilt die SFL jährlich 13,5 Millionen Franken an die zehn Topclubs des Landes. Mit Sockelbetrag, Leistungs- und Werbewertigkeitsprämie kommt der Krösus FC Basel so auf vermutete 2,5 Millionen

Erhielte er bald doppelt so viel, wäre das für ihn ein Zustupf, aber kein Quantensprung. Zumal im Ausland die TV-Gelder in ganz anderen Sphären anwachsen. Die englische Premier League erhält pro Jahr 2,4 Mrd. Franken. Der neue Bundesliga-Vertrag ist ab Sommer 2017 1,26 Mrd. statt wie bisher 680 Millionen Franken jährlich wert. (ukä)

Erstellt: 21.06.2016, 09:07 Uhr

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