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Irakische Streitkräfte dringen in Mosul ein

Erstmals seit zwei Jahren sind irakische Soldaten auf das Stadtgebiet Mosuls vorgestossen. Zuvor hatten Eliteeinheiten den östlichen Stadtrand unter ihre Kontrolle gebracht.

Der Angriff auf Mosul kommt laut irakischen Generälen voran: Schweres Geschütz rückt beim Stadtteil Gogdschali ein. (1. November 2016) Video: Reuters

Die irakischen Streitkräfte sind nach eigenen Angaben am Dienstag erstmals in die Stadt Mosul eingedrungen. Irakische Einheiten seien in die Grossstadt einmarschiert, teilte das irakische Oberkommando mit. Zuvor hatten Eliteeinheiten nach Angaben eines Offiziers das Dorf Gogdschali am östlichen Stadtrand sowie eine TV-Station unter ihre Kontrolle gebracht.

IS-Kämpfer haben laut Generalmajor Sami al-Aridi Explosionsschutzwände aus Beton aufgestellt, um den Stadtteil Karama abzuriegeln und den Vormarsch der Soldaten zu blockieren. Zudem seien Bomben entlang der Strasse in die Stadt platziert worden.

Der Angriff erfolgt aus dem Osten: Stadtteil Gogdschali (rot eingekreist).

Es ist das erste Mal seit über zwei Jahren, dass irakische Soldaten Mosul betreten haben. Im Juni 2014 waren sie von einer wesentlich kleineren Truppe von IS-Extremisten aus der zweitgrössten Stadt des Iraks vertrieben worden

Unterstützung durch Luftangriffe

Bei ihrem Vorstoss auf den Stadtteil Gogdschali hatten die Soldaten Artillerie, Panzer und Maschinengewehre eingesetzt. Die US-geführte Koalition gegen den IS unterstützte die Operation der irakischen Truppen mit Luftangriffen.

Bilder der Schlacht um Mosul:

Mitglieder der chistlichen Miliz Kataeb Babylon (Brigaden von Babylon) nehmen mutmassliche IS-Mitglieder im Kloster Mar Benham südöstlich von Mosul fest.
Mitglieder der chistlichen Miliz Kataeb Babylon (Brigaden von Babylon) nehmen mutmassliche IS-Mitglieder im Kloster Mar Benham südöstlich von Mosul fest.
Safin Hamed, AFP
Ein Panzer der irakischen Armee rückt gegen Qara Tappa südöstlich von Mosul vor. (23. November 2016)
Ein Panzer der irakischen Armee rückt gegen Qara Tappa südöstlich von Mosul vor. (23. November 2016)
Felipe Dana, Keystone
Offiziere der kurdischen Peshmerga-Truppen beraten sich 50 Kilometer vor der Frontlinie bei Mosul. (21. Oktober 2016)
Offiziere der kurdischen Peshmerga-Truppen beraten sich 50 Kilometer vor der Frontlinie bei Mosul. (21. Oktober 2016)
Amel Pain, Keystone
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Seit mehr als zwei Wochen rücken irakische Soldaten, deren kurdische Verbündete sowie sunnitische Stammesmänner und schiitische Milizen aus allen Richtungen auf Mosul vor, um die Terrormiliz aus der Stadt zu vertreiben. Es wird erwartet, dass die Operation Wochen, wenn nicht gar Monate, dauert.

Zivilisten als Schutzschilde verwendet?

Derweil versuche die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nach Angaben der Vereinten Nationen tausende Zivilisten zwangsweise nach Mosul zu bringen. Das teilte das UN-Menschenrechtskommissariats am Dienstag mit. Demnach hätten IS-Kämpfer am Montagmorgen «etwa 25'000 Zivilisten» aus der Ortschaft Hamam al-Alil mit Lastwagen und Bussen zu Stellungen in und um Mosul transportieren wollen. Die meisten Fahrzeuge seien durch Überwachungsflüge der von den USA angeführten multinationalen Militärkoalition an der Einfahrt nach Mosul gehindert und zur Umkehr gezwungen worden.

Eine Sprecherin des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Ravina Shamdasani, warnte in Genf, dass irakische Regierungstruppen möglicherweise Zivilisten als Schutzschilde benutzt haben. Die UNO sei «ernsthaft besorgt» über die Sicherheit dieser Menschen sowie «über die von zehntausenden anderen Zivilisten, die in den vergangenen zwei Wochen mit Gewalt fortgebracht wurden», sagte Shamdasani. Auf die Frage nach der Glaubwürdigkeit der jüngsten Berichte sagte sie, es handele sich um «Rohinformationen», die noch überprüft werden müssten.

AFP/mch

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