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Applaus von Constantin

Sion bezwingt Zürich 3:1 – entgegen dem Spielverlauf und zur Freude des Präsidenten.

Marco Keller
Der FC Zürich startete mit mehr Ballbesitz und Schwung in die Partie gegen den FC Sion.
Der FC Zürich startete mit mehr Ballbesitz und Schwung in die Partie gegen den FC Sion.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Zürich lässt den Kopf nicht hängen und so trifft Mahi nach 20 Minuten mit diesem zum 1:1. Zürich ist nun deutlich die stärkere Mannschaft auf dem Platz.
Zürich lässt den Kopf nicht hängen und so trifft Mahi nach 20 Minuten mit diesem zum 1:1. Zürich ist nun deutlich die stärkere Mannschaft auf dem Platz.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Nach der Pause ändert sich die Situation. Das Heimteam kommt gestärkt aus der Kabine zurück und setzt die Zürcher weitgehend unter Druck. Das scheint Trainer Ludovic Magnin nicht zu gefallen.
Nach der Pause ändert sich die Situation. Das Heimteam kommt gestärkt aus der Kabine zurück und setzt die Zürcher weitgehend unter Druck. Das scheint Trainer Ludovic Magnin nicht zu gefallen.
freshfocus/Pascal Muller
In der 70. Spielminute kommt Schönbächler im Strafraum zu Fall und der Spielleiter zeigt direkt auf den Penaltypunkt. Der eingewechselte Kololli kann diese Chance aber nicht verwerten, er trifft nur den Aussenpfosten.
In der 70. Spielminute kommt Schönbächler im Strafraum zu Fall und der Spielleiter zeigt direkt auf den Penaltypunkt. Der eingewechselte Kololli kann diese Chance aber nicht verwerten, er trifft nur den Aussenpfosten.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Nach diesem Penalty stehen die Walliser nur noch zu zehnt auf dem Platz. Wegen unsportlichem Verhalten wird Abdellaoui, der schon in der ersten Halbzeit verwarnt wurde, vom Platz verwiesen. Trotz allem konnte Sion durch Kasami noch zwei Tore erzielen.
Nach diesem Penalty stehen die Walliser nur noch zu zehnt auf dem Platz. Wegen unsportlichem Verhalten wird Abdellaoui, der schon in der ersten Halbzeit verwarnt wurde, vom Platz verwiesen. Trotz allem konnte Sion durch Kasami noch zwei Tore erzielen.
freshfocus/Pascal Muller
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Pajtim Kasami und Benjamin Kololli stehen ausserhalb des Platzes, wärmen sich auf und unterhalten sich gleichzeitig angeregt. Eine Stunde ist gespielt, beide Offensivkräfte hoffen auf ihren Einsatz, beiden wird zugetraut, die Differenz für ihr Team zu machen, in diesem Spiel, das 1:1 steht, und in dem nach der Pause Torchancen selten sind. Vielleicht haben sie sich über den möglichen Ausgang der Partie unterhalten, dass sie aber der Realität nahe gekommen sind, kann fast ausgeschlossen werden. Dies hätte hellseherische Fähigkeiten vorausgesetzt.

Kololli durfte als Erster kommen, der Mittelfeldspieler des FCZ, der Anfang Woche im Kosovo geheiratet hatte. Bald rückte er in den Mittelpunkt des Geschehens, nach einem an Schönbächler verursachten Foulpenalty. Kurzer Anlauf, selbstbewusst, entschlossen, so, wie er schon oft getroffen hat, wild angefeuert von den Zürcher Fans auf der rechten Seite des Tores von Fickentscher. Doch der Ball landete am Aussenpfosten.

Fortuna schien aber auf Zürich als Sieger dieser Partie gesetzt zu haben, denn im Nachgang der Aktion wurde Abdellaoui mit der zweiten Gelben Karte wegen Unsportlichkeit vom Platz geschickt. Die Gäste waren in nummerischer Überzahl, 20 Minuten vor Schluss, ein Sieg schien in Griffweite.

Grausamer Fussball

Was nun passierte, ist das, was Magnin später mit «so grausam kann der Fussball sein» zusammenfassen sollte. Die Zürcher schienen alle Vorteile auf ihrer Seite zu haben, ein Aussetzer des 19-jährigen Lewan Charabadse brachte die unerwartete Wende. Der Georgier wollte fast von der Mittellinie zu Yanick Brecher zurückspielen, verfehlte aber den Adressaten klar.

Aus dem Corner, der den Sittenern eigentlich eher Zeit zum Durchatmen geben sollte, wurde aufgrund schlechter Abwehrarbeit eine ideale Vorlage für Kasami, wenig später sorgte die Nummer 7 mit ihrem zweiten Tor auch für die Entscheidung. Magnin, der Coach des Tabellenletzten, sagte später: «Ich habe nun dreieinviertel Stunden Zeit im Bus, mir zu überlegen, wie wir diese Partie verlieren konnten. 80 Minuten haben wir gut gespielt, aber davon können wir uns nichts kaufen.»

Pajtim Kasami mit der Wut im Bauch zum Matchwinner

Dass Kasami keine Freude an der Zwangspause hatte, die ihm der Trainer verordnet hatte, dokumentierte er mit einem dezidierten Jubel nach dem 3:1. «Das ist eine normale Reaktion, aber bei uns können halt auch nicht alle spielen, wir haben viele Möglichkeiten», sagte Stéphane Henchoz, «wenn er reinkommt und zwei Tore macht, bin ich sehr zufrieden.» Auch für ihn war der erste Sieg ein Befreiungsschlag. Präsident Christian Constantin hatte in der Schlussviertelstunde seinen Sitzplatz verlassen, wie so oft, wenn er das Gefühl hat, zusätzliche Inputs seien notwendig. Diesmal konnte er sich aber vor allem aufs Klatschen konzentrieren.

Sorgenfrei war Henchoz aber nach seinem ersten Sieg an der Seitenlinie der Walliser nicht. Die erste Halbzeit gab ihm zu denken, die mit einem Bogenballtor von Ermir Lenjani optimal begonnen hatte, «da war Zürich ab der zehnten Minute besser, vor allem auch technisch». Der Ertrag der Zürcher Überlegenheit blieb mit dem Ausgleich durch Mimoun Mahi bescheiden.

Henchoz musste nach der Pause Valon Behrami ersetzen. Der Aggressivleader hatte sich unter den Augen von Ehefrau Lara früh am Knöchel verletzt, wollte aber weiterspielen. «In der Pause musste er einsehen, dass es nicht mehr geht, er ist aber für uns enorm wichtig, auf und neben dem Platz», lobte er den Königstransfer.

Telegramm

Sion - Zürich 3:1 (1:1)

9800 Zuschauer. SR Hänni. Tore: 7. Lenjani (Itaitinga) 1:0. 20. Mahi (Marchesano) 1:1. 81. Kasami 2:1. 83. Kasami (Grgic) 3:1.

Sion: Fickentscher; Kouassi, Andersson, Abdellaoui; Maçeiras, Behrami (46. Grgic), Zock, Lenjani; Toma; Fortune (76. Uldrikis), Itaitinga (68. Kasami).

Zürich: Brecher; Britto, Bangura (84. Ceesay), Mirlind Kryeziu, Charabadse; Domgjoni, Popovic; Schönbächler (83. Khelifi), Marchesano (62. Kololli), Mahi; Kramer.

Bemerkungen:Sion ohne Ndoye, Raphael, Ruiz und Luan (alle verletzt). Behrami verletzt ausgeschieden. Zürich ohne Nathan, Rüegg, Winter und Hekuran Kryeziu (alle verletzt). 70. Kololli schiesst Foulpenalty an die Aussenseite des Pfostens. 72. Gelb-rote Karte gegen Abdellaoui (Unsportlichkeit).

Verwarnungen:43. Abdellaoui (Foul), 59. Toma (Foul), 78. Kramer (Foul).

Resultate Samstag: Sion - Zürich 3:1 (1:1). Thun - Basel 2:3 (1:1). - Sonntag: Neuchâtel Xamax FCS - St. Gallen 16.00. Servette - Luzern 16.00. Young Boys - Lugano 16.00.

Rangliste:1. Basel 6. 2. Lugano 4. 3. Luzern 4. 4. Young Boys 4. 5. Sion 4. 6. St. Gallen 3. 7. Servette 2. 8. Thun 2. 9. Neuchâtel Xamax FCS 1. 10. Zürich 1.

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Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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