Zum Hauptinhalt springen

Es steht Spektakuläres bevor

Der ZSC strebt heute ab 20.15 Uhr Sieg Nummer 2 gegen Bern an. Ein Blick auf Pius Suter und seine neue Linie lohnt sich.

Wie unsere Experten den Halbfinal-Klassiker analysieren. Video: Aline Bavier.

Am Anfang stand ein schlechtes Spiel. Als dem ZSC der Playoff-Auftakt in Zug misslang, entschloss sich Trainer Hans Kossmann, zu trennen, was zusammengehörte. Pius Suter und Fredrik Pettersson, der junge Walliseller in der Saison seines Lebens und die schwedische Schussmaschine: Es gab in einer turbulenten ZSC-Saison nichts Konstanteres, in nur fünf Partien hatte Suter nicht neben Pettersson gespielt.

----------

Bilder: Der ZSC schafft im ersten Spiel das Break

Break für die Lions: Der ZSC gewinnt das erste Spiel der Halbfinal-Serie auswärts in Bern.
Break für die Lions: Der ZSC gewinnt das erste Spiel der Halbfinal-Serie auswärts in Bern.
Anthony Anex, Keystone
Kein Durchkommen: Der SCB sucht verzweifelt den Ausgleich, doch Flüeler hält, was es zu halten gibt.
Kein Durchkommen: Der SCB sucht verzweifelt den Ausgleich, doch Flüeler hält, was es zu halten gibt.
Anthony Anex, Keystone
Ein Tag zum Vergessen: Luganos Goalie Merzlikins.
Ein Tag zum Vergessen: Luganos Goalie Merzlikins.
Marcel Bieri, Keystone
1 / 8

----------

Pettersson, der Topskorer. Und Suter, der Stürmer mit der meisten Eiszeit, was den 21-Jährigen «schon ein wenig stolz» macht, wie er zugibt. Warum nimmt ein Coach so ein Duo auseinander? Kossmann sagt es gewohnt trocken: «Weil es in jenem Spiel in Zug mit den beiden nicht klappte. Playoff und Qualifikation, das ist oft nicht dasselbe.» Man könnte Kossmann nun kritisieren. Aber der Kanadier hat stattdessen ein neues «Monster» kreiert: Suter und die Flügelzange Wick/Kenins. Dessen Grösse ist zwar noch nicht ersichtlich, weil die Torausbeute bescheiden ist. Vorerst.

Anpassungsfähig wie ein Chamäleon

Doch argumentiert man mit den in Nordamerika salonfähigen Ideen der «Advanced Stats», die helfen sollen, in die wahrscheinlichste Zukunft zu blicken, steht Spektakuläres bevor: Das Trio um Suter generierte in all seinen fünf Spielen am meisten Abschlüsse und Chancen, so auch beim 3:2 im ersten Halbfinal in Bern. «Ja, die Tore fehlen», sagt Suter. «Doch das Gefühl ist gut, das Selbstvertrauen da. Weil wir wissen, dass wir etwas richtig machen.»

----------

Video: Der entscheidende Treffer von Kenins in Spiel 1.

----------

Doch wie war das mit der viel beschworenen Chemie unter Mitspielern? Alles Geschwätz? Neben Wick spielte Suter in der Qualifikation ganze zwei Mal, neben Kenins nie. «Es gibt sie schon, diese Chemie», widerspricht Suter. «Neben Pettersson muss ich gar nicht mehr genau hinschauen, um zu wissen, wo er steht.» Doch Suter ist einer, der sich schnell anpasst, wie ein Chamäleon, und für sein Alter nicht alltägliche Reife und Konstanz zeigt. Er tat es auch zu Saisonbeginn, als er vereint wurde mit Pettersson, diesem Individualisten, der so anders spielt als andere. «An Freddie musst du dich definitiv anpassen, dein Spiel darauf ausrichten, ihn mit deinen Pässen zu finden. Und akzeptieren, dass für dich weniger Schüsse bleiben», sagt Suter, lacht und ergänzt: «Immer, wenn ich vors Tor wollte, war er schon da.»

Von 0 auf 100

Suter erlebt seine persönlich aufregendste Saison. Den Start in Zürich verpasste er, weil er eine Woche lang im Camp Ottawas NHL-Luft schnuppern durfte. Er war Spengler-Cup-Finalist und Olympiateilnehmer mit der Nationalmannschaft – als Topskorer war Suter in Südkorea einer der wenigen Lichtblicke im enttäuschenden Schweizer Team. Dabei könnte sein Weg beinahe vergessen gehen. Wie sich seine Rolle bei den Lions entwickelte, bezeichnet er selbst als «Steigerungslauf, von 0 auf 100».

Die Null, das war der Sommer 2015: «Ich war der 17. Stürmer.» Und auch letzte Saison begann Suter ohne Stammplatz, musste seine Eiszeit mit Einsätzen im Unterzahlspiel erkämpfen. Doch das machte ihm nichts aus, im Gegenteil: «Es war immer mein Ziel, ein Zwei-Weg-Stürmer zu werden. Einer, den der Trainer eine Minute vor Schluss aufs Eis schickt, egal wie es steht.»

Eine Leader-Rolle im Playoff, das ist Suters nächster Schritt. Nach harziger Qualifikation hat er miterlebt, wie sein Team den Turnaround schaffte. In Spiel 2 gegen Zug sei es gewesen: «Und als wir auch Spiel 3 gewannen, lief der Laden.» Und nun ist Zürich im Playoff-Fieber: Das Hallenstadion ist heute, bei Teil 2 des Halbfinals, ausverkauft.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch