«Es ist ein sensationeller Entscheid»

Gökhan Inler unterschrieb für 3 Jahre bei Leicester City. Wie sich der Premier-League-Club um ihn bemühte, ist für den Schweizer einzigartig.

Gökhan Inler, Captain der Schweizer Nationalmannschaft, wechselt in die Premier League.<br>Foto: Keystone

Gökhan Inler, Captain der Schweizer Nationalmannschaft, wechselt in die Premier League.
Foto: Keystone

Was schon seit einigen Tagen klar schien, drohte am Ende zu scheitern. Am Montag war Gökhan Inler nach England geflogen, um am Dienstag bei Leicester City einen Dreijahresvertrag zu unterschreiben. Dann schaltete sich Bundesligist Schalke noch einmal ein.

10 Millionen Euro Ablöse sollen die Deutschen der SSC Napoli für den 31-jährigen Captain der Schweizer Nationalmannschaft geboten haben, ein Stück mehr als die 7,5 Millionen Franken von Leicester, aus denen dank Bonuszahlungen gegen 9 Millionen werden können, wenn die Zusammenarbeit zwischen Inler und Leicester erfolgreich wird.

Für Inler war trotz den Bemühungen aus Gelsenkirchen klar, was er wollte: zu Leicester. Die Freigabe aus Neapel kam gestern. Leicester City ist vor einem Jahr aufgestiegen, die gut 30'000 Plätze im King Power Stadium sind praktisch immer ausverkauft. Und die Mannschaft mit Trainer Claudio Ranieri, Kasper Schmeichel, Robert Huth, Shinji Okazaki und Christian Fuchs als bekanntesten Namen ist mit zwei Siegen hervorragend in die neue Saison gestartet.

Ist Leicester für Sie mit 31 Jahren das letzte grosse Abenteuer in Ihrer Profikarriere?

Ich bin einer, der sich immer weiterentwickeln, immer noch einen Schritt weiter kommen will. Ich möchte noch lange im Geschäft bleiben, wenn es mein Körper erlaubt. Der Transfer zu Leicester hat ausserordentlichen Wert für mich. Ich schätze es enorm, hier zu sein. Es ist ein sensationeller Entscheid.

Wieso hat der Transfer für Sie derart grossen Wert?

Es ist das Ende nach dem Hin und Her. Der Entscheid, welcher Verein für mich der beste ist, war nicht einfach. Ich habe in den vergangenen Wochen viele Spiele angeschaut und mich gefragt, welcher Club zu mir passt. Bei Leicester hat das Gesamtpaket perfekt gestimmt: Der Trainer wollte mich, der Sportchef, das Präsidium ebenso – ich habe überhaupt noch nie einen Verein erlebt, der sich so intensiv um mich bemüht hat. Ausserdem habe ich mich mit Nationaltrainer Vladimir Petkovic über drei, vier mögliche Clubs unterhalten. Auch er findet, dass Leicester eine ausgezeichnete Wahl ist.

Leicester City klingt allerdings nicht nach der ganz grossen Fussballwelt, Napoli hat einen anderen Glanz.

Der Name ist nicht das Wichtigste. Leicester ist ein Traditionsverein, der mit mir etwas erreichen will. Ich sehe, dass Leicester Potenzial hat, um gross zu werden. Die Mannschaft ist voller junger Spieler, die sich zeigen und beweisen wollen. Trainer Ranieri lässt positiven Fussball spielen. Wenn Sie einmal hierherkommen, werden Sie sehen, dass alles perfekt organisiert ist und sich der Club perfekt um die Spieler kümmert.

Welchen Reiz hat die Premier League für Sie?

Sie ist für jeden Spieler ein Highlight. Man spürt den Fussball mit seinen Emotionen in jedem Match. Die Stadien sind voll, das Spiel ist intensiv und schnell.

Napoli hat im Sommer den Trainer gewechselt. Hat Ihnen zuletzt das Vertrauen gefehlt?

Im Gegenteil. Der neue Trainer hat mehrmals betont, wie froh er wäre, wenn ich bleiben würde. Er hat aber auch gesagt, dass er sich nicht einmischen werde in Entscheide der Clubführung.

Xherdan Shaqiri hat mit seinem Wechsel zu Stoke sein Nettosalär von angeblich 3 auf 4,5 Millionen Franken im Jahr steigern können. Machen Sie auch einen Lohnsprung?

Das interessiert Sie jetzt! (schmunzelt) Ich kann es so sagen: Das Paket, das Leicester mit Ablösesumme und Lohn investiert, zeigt, wie gross das Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten ist.

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