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Für den Dschungel daheim

Der Zimmerpflanzen-Boom reisst nicht ab. Mit diesen fünf Tipps verhindern Sie ein sofortiges Dahinscheiden ihres grünen Freundes.

MeinungWanda Keller
Die Lichtverhältnisse im Raum sind essentiell bei der Wahl der passenden Pflanze. Foto: Andrei Nikitin (Getty Images)
Die Lichtverhältnisse im Raum sind essentiell bei der Wahl der passenden Pflanze. Foto: Andrei Nikitin (Getty Images)

Der Zimmerpflanzenhype hält an, alle wollen ein grünes Zuhause. Damit die Pflanzen aber auch was hermachen, sollte man sich, bevor man in den Kaufrausch gerät, ehrlich und knallhart zwei Fragen beantworten. Erstens: Wie viel Licht bietet der Raum? Es gibt lichthungrige und schattenverträgliche Zimmerpflanzen – das Licht ist das entscheidende Kriterium, ansonsten ist ein schnelles Dahinscheiden des grünen Freundes, nun, todsicher.

Und dann, natürlich, zweitens: Schaffe ich es, der Pflanze regelmässig Zuneigung angedeihen zu lassen? Es gibt pflegeleichte Arten und Sorten und solche, die mehr Zuneigung brauchen, vor allem in Form von Wasser.

1. Die Nassen und die Trockenen

Der Cyperus ist einer, der gerne im Wasser steht, obendrein kann er zu einer höheren Luftfeuchtigkeit im Raum beitragen.

Sukkulenten, wie jene der Gattungen Senecio, Crassula oder Aeonium, speichern entweder in den Blättern oder in den Stängeln Wasser und brauchen dementsprechend wenig davon. Sie bevorzugen etwas kühlere Temperaturen, brauchen aber wiederum viel Licht. Gross werden sie aber meist nicht, da sie langsam und oft hängend wachsen.

Apropos hängend: Es gibt ein sehr schönes, an der ZHAW in Wädenswil entwickeltes schwebendes Bepflanzungssystem, Pendularis genannt. Es besticht durch eine einfache Montage und gesteht den Pflanzen, die fachmännisch und sehr ästhetisch komponiert sind, den Hauptauftritt zu. Eine Seltenheit, denn viele Bepflanzungssysteme wirken schwerfällig und stehlen vor lauter Technik dem Grün die Schau.

2. Pflanzen brauchen eine Bühne

Viel zu oft stehen Zimmerpflanzen irgendwo zwischen Sofa und Stuhl eingepfercht und können sich gar nicht in ihrem Habitus ausbreiten. Ich finde: Wenn Zimmerpflanzen das Daheim oder das Büro schmücken sollen, sollte man dem Grün genügend Platz einräumen, das ist man ihm doch schuldig. Denn nur so kommt es auch richtig zur Geltung. Das kann mit einzelnen grossen Pflanzen geschehen, es lassen sich aber ebenso gut in der Höhe abgestufte Pflanzeninseln mit kleineren Exemplaren gestalten. Und: Die Pflanzen immer etwas zu klein kaufen, sie wachsen ja noch (im optimalen Fall).

3. Bitte mit Blüten

Sie mögen es blühend? Dann investieren Sie in Orchideen! Die brauchen wenig Wasser, wollen keinesfalls darin stehen, mögen keine Zugluft und keine direkte Sonneinstrahlung, zu dunkel sollte es aber dennoch nicht sein. In der Natur wachsen viele epiphytisch, das heisst, sie sitzen auf den Bäumen. Die Gängigste ist die Phalaenopsis, die leider immer mit diesen unsäglichen Haarklämmerli an einem Stecken festgezurrt wird. Für die Produktion und den Verkauf macht das Sinn, aber zu Hause sollte man sie unbedingt entfernen. Sie werden sehen, wie viel schöner die Blütenstängel sind, wenn sie in den Hängemodus dürfen.

Eine der schönsten, aber etwas anders im Unterhalt, ist die Erdorchidee, Ludisia discolor. Sie hat dunkle, dekorative Blätter und ist deshalb auch dann ansehnlich, wenn sie nicht blüht.

Falls Sie über ein lichtdurchflutetes Badezimmer verfügen: In dieser Luftfeuchtigkeit würde sich eine Vanda sehr wohlfühlen, die steckt nämlich nicht in einem Topf, sondern wird nacktwurzlig aufgehängt. Und ein fast monumentales Exemplar, wenn auch keine Orchidee, ist die Medinilla magnifica, nur schon der Name!

4. Her mit der Schwiegermutter!

Wer skulpturale, eher straff aufrechte Pflanzen bevorzugt, ist mit der Schwiegermutterzunge, der Sansevieria, oder der Zamioculcas gut bedient. Erstere hat sehr spitze, zungenartige Blätter, war lange verschrien und ist jetzt wieder in. Wer lieber buschigere Formen, aber ein dominantes Blattwerk mag: die Alocasia mit ihrem dramatisch dunklen, pfeilförmigen Blatt wirkt immer, genauso die Aglaonema und die Calathea, beide gibt es in vielen panaschierten Varietäten, also mit gemusterten Blättern.

Etwas leichter und lichter im Blattwerk sind viele Zimmerfarne, Davallia und Adiantum sind besonders schön. Wenn Sie skurrile Formen mögen: Schauen Sie sich den Geweihfarn, Platycerium bifurcatum, an, ein Kunstwerk! Wollen Sie grosse Räume mit ausladendem Grün schmücken, so sind grössere Palmen empfehlenswert: Howea, Livistona, Rhapis und Chamaedorea haben sich bewährt.

5. Die Alternative

Wer sich trotz dieser Anleitung keine Zimmerpflanzen zutraut, aber trotzdem Sehnsucht nach Grün hat: In vielen botanischen Gärten oder Stadtgärtnereien gibt es wunderbare Gewächshäuser mit tropischen und subtropischen Pflanzen – dort kann man sich ruckzuck in ein warmes Dschungelfeeling versetzen lassen. Erholung garantiert.

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