Die Pharma-Firmen sollten Geld nur bei Erfolg erhalten

Krankenkassen müssen teure Krebsmedikamente bezahlen, obwohl sie nicht wissen, was diese genau nützen. Das muss nicht sein.

Über den Nutzen von Krebstherapien kann oft keine Aussage gemacht werden, weil verlässliche Studien dazu fehlen. Foto: iStock

Über den Nutzen von Krebstherapien kann oft keine Aussage gemacht werden, weil verlässliche Studien dazu fehlen. Foto: iStock

Dominik Feusi@feusl

Die pharmazeutische Forschung hat in den letzten Jahren riesige Fortschritte gemacht, insbesondere im Kampf gegen den Krebs. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute: Die dafür entwickelten Medikamente sind teuer, und ihr Nutzen ist in vielen Fällen unklar. Nur ein kleiner Teil dieser Therapien verlängert gemäss einer neuen Studie das Leben um mehr als drei Monate, und die Mehrheit ist gar mehr oder weniger nutzlos (lesen Sie hier mehr über die Analysen zum tatsächlichen Nutzen von Krebsmittel). In vielen Fällen fehlen Daten, um den Nutzen beurteilen zu können.

Das Krankenversicherungsgesetz sieht vor, dass nur Therapien bezahlt werden, die wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind. Geprüft und kontrolliert werden muss dies grundsätzlich von den Krankenkassen, bei den Medikamenten aber auch vom Bund bei der Zulassung. Sie tragen die Verantwortung gegenüber den Prämienzahlern.

Eine Entschädigung nach erfolgreicher Therapie würde echte Innovation belohnen.

Die Anzahl Fälle ist jedoch oft zu gering, um aussagekräftige Unter­suchungen machen zu können. In Zukunft werden wir personalisierte Therapien haben, bei denen gar keine Aussage über den Nutzen mehr möglich ist. Der Bund nimmt die Medikamente aber trotzdem auf die Spezialitätenliste, weshalb sie von den Krankenkassen und den Prämienzahlern bezahlt werden müssen. Die Versicherungen rechnen mit stark steigenden Medikamentenkosten in den nächsten Jahren.

Die Lösung des Problems liegt in einer Preisfestsetzung, welche den Erfolg eines Medikaments beim Patienten belohnt. Statt dem Pharmaunternehmen schon im Voraus einen hohen Preis zu garantieren, könnte dieses im Nachhinein entschädigt werden – dann eben abhängig davon, wie lange und wie gut der Patient weiterlebt.

Diese Entschädigung nach dem Therapieerfolg würde echte Innovation belohnen und den Prämienzahlern und ihren Kassen die Gewissheit geben, dass sie nur finanzieren, was wirklich etwas bringt. Bereits haben einige Pharmafirmen ihre Bereitschaft dazu angedeutet. Die Schweiz mit ihrem teuren Gesundheitswesen sollte sie beim Wort nehmen.

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