«Katastrophal»: Scharfe Kritik an Prinz Andrew

Das Interview des Prinzen zum Fall Epstein hat heftige Reaktionen ausgelöst. Opfer-Anwälte stellen nun eine Forderung.

Wird als Prinz Peinlich bezeichnet: Andrew gerät nach einem verpatzten Interview unter Druck

Wird als Prinz Peinlich bezeichnet: Andrew gerät nach einem verpatzten Interview unter Druck

(Bild: Keystone)

Der britische Prinz Andrew gerät nach seinem Interview zum Missbrauchsskandal um den toten US-Multimillionär Jeffrey Epstein immer stärker unter Druck. Rechtsanwälte von Frauen, die Epstein Missbrauch vorwerfen, forderten vom Prinzen, eine Erklärung bei der US-amerikanischen Ermittlungsbehörde FBI abzugeben.

«Er scheint überhaupt kein Mitleid für die Opfer zu haben, und er scheint seine lange Freundschaft mit Jeffrey Epstein nicht zu bereuen», sagte die Anwältin Lisa Bloom, die einige der Frauen vertritt, dem britischen Nachrichtensender Sky News. Royal-Experten halten es für möglich, dass der 59-jährige Andrew künftig mit seinen Aufgaben nicht mehr zum Kern des Königshauses gehören wird. Sie gehen davon aus, dass nach dem Tode von Queen Elizabeth II. Thronfolger Prinz Charles ohnehin die Zahl der Repräsentanten des Königshauses reduzieren wird.

«Wenn es eine verschlankte Monarchie gibt, dann dürfte Andrew wohl keine grosse Rolle mehr dabei spielen», sagte die Chefredaktorin des «Majesty Magazine», Ingrid Seward, im BBC-Interview. Prinz Andrew ist auf Platz Acht der Thronfolge. Britische Medien verpassten ihm in den 1980er Jahren wegen seiner Liebschaften den Spitznamen «Randy Andy» (etwa: «Geiler Andy»).

Die Behauptung des Opfers

Unklar ist, inwiefern die Königin vorab von dem Interview ihres zweitältesten Sohnes wusste und es womöglich billigte. Hierzu gab es widersprüchliche Berichte am Montag in den britischen Medien. Der Buckingham-Palast machte dazu auf Anfrage zunächst keine Angaben. Einhellig hatten Kommentatoren in Grossbritannien das BBC-Interview mit Andrew als «enttäuschend» oder sogar «katastrophal» bezeichnet.

Der Prinz war jahrelang mit dem Geschäftsmann Epstein befreundet. Der vorbestrafte US-Amerikaner wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben.

Zudem baute Epstein laut Anklageschrift zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Missbrauchsring auf. Eines der Opfer behauptet, mehrmals zum Sex mit Andrew gezwungen worden zu sein. Der Royal weist dies strikt zurück. Epstein hatte sich am 10. August in einem New Yorker Gefängnis das Leben genommen.

sda/red

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