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Die Schweiz hat die Zutaten für die nächste Sensation

Die Schweizer können am Wochenende die zweite WM-Medaille seit 1953 holen. Halbfinalgegner Kanada erscheint übermächtig – und ist doch schlagbar.

Enzo Corvi und Nino Niederreiter nach dem Ausgleich des Davoser Stürmers.
Enzo Corvi und Nino Niederreiter nach dem Ausgleich des Davoser Stürmers.
Salvatore di Nolfi, Keystone

Es ist ja nicht so, dass die Schweizer Mannschaft sich dieser Tage besonders um die Vergangenheit geschert hätte. Vorsicht, Abwarten, was der Gegner macht, auf Konterchancen hoffen: Das traditionelle helvetische Erfolgsrezept ist genau das Gegenteil von dem, was Patrick Fischers Team in Dänemark zeigte. Und wenn es doch einmal ins vertraute Muster zurückfiel, bekam ihm das schlecht – in den ersten zwei Dritteln gegen Schweden, im ersten Drittel gegen Finnland.

Einerseits ist diese Vorgeschichte wichtig, wenn es morgen Samstag gegen Kanada um etwas geht, was die Schweizer seit der Heim-WM 1953 bloss ein einziges Mal schafften: den Medaillengewinn an einer WM.

Video: Das 1:1 von Enzo Corvi

Der Davoser schaltet am schnellsten und trifft zum Ausgleich.

Der hohe Anspruch Kanadas

Andererseits zeigt der Blick in die etwas fernere Vergangenheit: Spiele gegen die ganz grossen Eishockeynationen lassen sich sogar dann gewinnen, wenn man eigentlich gar keine Chance hat. Viel Unvorhersehbares kann passieren, wenn bloss ein einziger Match über Triumph und Blamage entscheidet. Und es passierte ja auch schon – nicht zuletzt gegen Kanada, das gerne für sich in Anspruch nimmt, das Mutterland des Eishockeys zu sein.

Bis heute präsent ist beispielsweise das 2:0 an den Olympischen Spielen 2006 in Turin, als Goalie Martin Gerber über sich hinauswuchs und alle 49 Schüsse der kanadischen Mannschaft abwehrte, welche aus der Crème de la Crème der NHL bestand.

Video: Das 2:1 von Joël Vermin

Vermin luchst einem Verteidiger den Puck ab und verwertet zum 2:1. Video: SRF

Ein Spiel 7 der besonderen Art

Und an Weltmeisterschaften endet der Vergleich im letzten Jahrzehnt sogar unentschieden, obschon die Nordamerikaner ausnahmslos viel besser besetzt waren. Je drei Siege haben die beiden Kontrahenten eingefahren, die sich morgen Abend in Kopenhagen erneut gegenüberstehen – es ist ein Spiel 7 der besonderen Art. Und wie man Kanada an einer WM besiegt, weiss Fischer aus eigener Erfahrung: 2017 fügte sein Team dem Gruppensieger die einzige Vorrundenniederlage zu.

Doch eben: All das ist Vergangenheit. 2018 mögen die Nordamerikaner mit Connor McDavid den besten Spieler der Welt und viele weitere grosse Namen in ihren Reihen wissen. Doch die Schweizer haben die Zutaten für die nächste Sensation: mit Leonardo Genoni einen Goalie in Hochform, mit NHL-Stürmern jede Menge Torgefahr. Und den unverzichtbaren Hunger nach Erfolg. «Wir sind noch nicht satt», gelobt Stürmer Sven Andrighetto vor einem Wochenende, das wenigstens im Schweizer Eishockey Sportgeschichte schreiben kann.

Video: Das 3:1 von Grégory Hofmann

Der Lugano-Stürmer verwertet einen Abpraller. Video: SRF

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