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Nehmt mich! Sofort!

Glanz & Gloria sucht neues Personal. Wir wissen, wer sehr gut geeignet wäre.

Andreas Tobler
Von Anfang an dabei: Nadja Zimmermann moderierte 2005 die erste Sendung von «Glanz und Gloria».
Von Anfang an dabei: Nadja Zimmermann moderierte 2005 die erste Sendung von «Glanz und Gloria».
SRF
Raus aus dem Studio: Für «G&G Weekend» fuhr Berchtold im Sommer 2017 im Cabrio.
Raus aus dem Studio: Für «G&G Weekend» fuhr Berchtold im Sommer 2017 im Cabrio.
SRF
Der Award für die Schweizer Persönlichkeiten des Jahres: Gemeinsam mit Dani Fohrler moderierte Nicole Berchtold auch die «Glorys».
Der Award für die Schweizer Persönlichkeiten des Jahres: Gemeinsam mit Dani Fohrler moderierte Nicole Berchtold auch die «Glorys».
SRF/Oscar Alessio
Voller Vorfreude: 2006 stiess Annina Frey (links) zum Team der «G&G»-Moderatoren.
Voller Vorfreude: 2006 stiess Annina Frey (links) zum Team der «G&G»-Moderatoren.
zvg
Kündigte im Frühling 2018: Frey stand elf Jahre lang für «Glanz und Gloria» vor der Kamera.
Kündigte im Frühling 2018: Frey stand elf Jahre lang für «Glanz und Gloria» vor der Kamera.
SRF/Ennio Leanza, Keystone
Als Nachfolge von Frey: Seit Mai 2018 moderiert die 25-jährige Jennifer Bosshard bei «Glanz & Gloria».
Als Nachfolge von Frey: Seit Mai 2018 moderiert die 25-jährige Jennifer Bosshard bei «Glanz & Gloria».
SRF/Oscar Alessio
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Liebes Glanz & Gloria,

mit hüpfendem Herz habe ich eure Ausschreibung eines 100-Prozent-Praktikums entdeckt. Selbstverständlich will ich diese für mich historisch einmalige Chance nutzen und mich bewerben. Also eigentlich können wir es kurz machen, denn ihr wisst: Ich bin der Richtige. Kein anderer ist so geeignet wie ich. Für das, was wir gemeinsam vorhaben. Und sowieso.

Was ich von euch als Erstes brauche, ist ein Praktikumsvertrag, denn auch ich will gewisse finanzielle Sicherheiten. Ihr versteht. Auch die Diskussion über meine Lohnvorstellung von 22'000 Franken pro Monat können wir abkürzen. Klar, selbst für SRG-Insider klingt das nach viel. Denn auch ich weiss, dass Praktikanten – selbst jene mit Hochschulabschluss – beim SRF üblicherweise für 1500 Franken pro Monat ausgebeutet werden.

Aber bald wird alles anders. Lasst uns daher nicht über Nebensächlichkeiten reden. Wir haben Grosses vor: Es geht um nichts weniger als um die Rettung von Glanz & Gloria. Und um die Revolution. «Die Gesetze der Geschichte sind stärker als die bürokratischen Apparate», sagte bereits Trotzki. Gilt auch für uns und den Leutschenbach.

Wir alle haben ja davon gehört, dass eure Wahnsinnssendung ab Mitte November in «G & G – Gesichter und Geschichten» umbenannt werden soll. Nur schon das ist ja eigentlich ein Skandal, der jedem vor Empörung die Halsschlagader anschwellen lassen müsste. Zudem wurde verlautet, dass eure Sendung zu einem «substanziellen Gesellschaftsmagazin» umgebaut werden soll.

«Was – soll – das? Und DAS mit unseren Gebührengeldern?!» Eine naheliegende, berechtigte Reaktion, denn ihr habt mit eurer Sendung den Punk nochmals gross gemacht. Seid besoffen Auto gefahren, habt der Cüpli-seeligen Sinnlosigkeit gefrönt und hinter eurer Schminke den grossen Umbruch vorbereitet. Eigentlich wie die Zapatisten unter ihren Roger-Staub-Mützen. Und niemand hat es gemerkt. Gut gemacht.

Ja, ihr habt über all die Jahre hinweg eine Nullpunkt-Strategie verfolgt, habt in Sachen Niveau und Anspruch alles gegen die Wand gefahren, um irgendwann, wenn alles niedergemacht ist, nochmals von Grund auf neu beginnen zu können. Getreu der revolutionären Devise, dass der Weg noch nicht zu Ende sein wird, wenn das Ziel zerstört ist.

Daher werden wir im Rahmen meines Praktikums gemeinsam für 24 Stunden Glanz & Gloria kämpfen. Einige von uns werden Nathalie Wappler und all die anderen SRF-Verantwortlichen in irgendeine ewige, ergo langfädige Diskussion verwickeln, etwa zur Frage, wie die SRF-Arroganz abgebaut oder der Mitarbeiterstamm verjüngt werden könnte. Währenddessen werden andere von uns den Sendebetrieb übernehmen. Und so die erste Revolution durchführen, die live im Fernsehen zu sehen sein wird: mit 24 Stunden Glanz & Gloria auf allen Kanälen – und zwar so lange, bis die Zuschauer richtig weichgeklopft sind. Und dann können wir ihnen widerstandslos unser emanzipatorisches Programm im Namen von Gleichheit und Gerechtigkeit ins Hirn pflanzen. No pasaran!

PS. Falls wir Verstärkung brauchen, wüsste ich noch einige andere, die für 22'000 pro Monat mitmachen würden.

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