Zum Hauptinhalt springen

Uni Bern bildet muslimische Seelsorger aus

Eine Weiterbildung für muslimische Seelsorger, ein Hassprediger-Test für Imame: Die Universität Bern verstärkt ihre Präventionsbemühungen.

«In der Schweiz besteht ein grosses Bedürfnis nach Seelsorgern anderer Religionen»: (Archivbild: Manu Friedrich)
«In der Schweiz besteht ein grosses Bedürfnis nach Seelsorgern anderer Religionen»: (Archivbild: Manu Friedrich)

Die Universität Bern will ab Sommer muslimische Seelsorger ausbilden. Besonders in sensiblen Bereichen wie Spitälern, Gefängnissen und in Asylzentren bestehe eine grosse Nachfrage, sagt Isabelle Noth, Professorin für Seelsorge und Religionspsychologie, in der Zeitung «Le Temps». Damit verdeutlicht die Uni Bern ihre Pionierrolle bei der Prävention von Radikalisierungen. Letzte Woche hat sie bereits einen Test für Imame und Vertreter anderer Religionen angekündigt, der Hassprediger entlarven soll.

Die geplante Seelsorger-Weiterbildung steht nicht nur Muslimen, sondern auch Angehörigen anderer Religionen offen. Sie ermögliche es den Behörden, muslimische Seelsorger, die später etwa in Gefängnissen arbeiteten, besser einzuschätzen, sagt Noth im Interview: «Bisher war die Seelsorger-Ausbildung Christen vorbehalten. Doch in der Schweiz besteht ein grosses Bedürfnis nach Seelsorgern anderer Religionen.» Auch in der muslimischen Gemeinde stosse das neue Angebot auf Interesse.

Nach Ansicht der Präsidentin des Weiterbildungsprogramms in Seelsorge und Pastoralpsychologie an der Universität Bern wird damit auch der Gefahr entgegengewirkt, dass muslimische Seelsorger Andersgläubige bekehren.

Auch der Bund ist aktiv geworden

Die Kandidaten sollen vor der Weiterbildung einen Test absolvieren, um radikale Tendenzen zu erkennen. Darin werden laut Noth nicht nur soziale Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen oder Konfliktfähigkeit getestet, sondern «auch ihre Haltung gegenüber Gewalt, Frauen oder Fundamentalismus».

Mit der Zulassung von Muslimen für die Seelsorger-Weiterbildung kommt die Universität Bern einer Empfehlung der Behörden nach. In einem Bericht ortete der Delegierte für den Sicherheitsverbund Schweiz Handlungsbedarf bei der Ausbildungsmöglichkeit muslimischer Seelsorger.

Aktiv geworden ist aber auch der Bund selbst. Seit Sommer läuft ein Pilotprojekt mit muslimischen Seelsorgern im Asylbereich. Ziel ist es zu prüfen, ob künftig in allen Bundesasylzentren eine muslimische Seelsorge eingeführt werden kann.

SDA/thu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch