Wenn es in den Köpfen spukt

Vor der Pause stolpert GC. Nach der Pause hat der FCZ Angst vor der Niederlage.

«Frustriert» und «trotzdem glücklich»: Davide Chiumiento am 246. Zürcher Derby. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

«Frustriert» und «trotzdem glücklich»: Davide Chiumiento am 246. Zürcher Derby. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Plötzlich war der Bammel da. Spielten die bösen Gedanken mit. Fürchteten sie die Niederlage. 0 Punkte statt 3. Nächster Rückschlag nach dem 0:1 gegen Luzern. Und weiterhin tief unten drin. So spukte das durch die Köpfe der FCZ-Spieler, ­erzählte Mittelfeldspieler Davide Chiumiento, als das 246. Derby vorbei war.

60, 65, 70 Minuten lang hatte der FCZ das Spiel mehr oder weniger kontrolliert. Dann genügte eine Szene, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Doppelpass zwischen Caio und Lüthi, der Schuss, das 1:1. Chiumiento war nicht sicher, wie er sich fühlen sollte nach diesem Unentschieden. Er war «frustriert», dass sein Team den Ausgleich zugelassen hatte. Und «trotzdem glücklich», wenigstens einen Punkt zu haben. Das kann helfen, ein Schrittchen weiter wegzukommen vom Ranglistenende, wenn die Konkurrenz verliert.

Dreimal in Serie hatte der FC Zürich nicht verloren, bevor er am Samstag gegen Luzern schwach spielte und 0:1 unterlag. Nach diesem Match seien sie bereits wieder «etwas im Seich» gewesen, fand Chiumiento, «und wenn du unten stehst, ist es schwierig, Spiele zu gewinnen, das haben wir heute erlebt».

Nicht reden, nur leisten

Um die Penaltyszene wäre arg debattiert worden, hätte der FCZ den Match gewonnen, weil Alexander Kerschakow absichtlich eingehängt hatte am Bein von Alban Pnishi. Der GC-Verteidiger hätte die Szene unmittelbar danach nicht beurteilen können, dafür war ihm alles zu schnell gegangen. Doch als der Match vorbei war, stellte er fest: «Kerschakow sucht den Penalty, er hängt mit seinem Bein ein und trifft mich.» Die beiden Trainer wollten die Szene nicht beurteilen, ohne davor die Fernsehbilder angeschaut zu haben. Kerschakow fand sein Englisch ungenügend, um Auskunft zu geben. Und Anto Grgic, der den Penalty mit kühlem Blut verwandelt hatte, will in seinem ersten Jahr als Stammspieler grundsätzlich nicht reden, sondern nur leisten.

GC-Trainer Pierluigi Tami kritisierte seine Mannschaft für den Auftritt in der ersten Halbzeit: «Ungenügend.» Er war aber zufrieden mit der Reaktion danach, «wie wir Fussball gespielt, Meter gewonnen, Torchancen kreiert haben». Bei Sami Hyypiä sah es umgekehrt aus: zufrieden mit Teil 1, unzufrieden mit Teil 2. Und er war ganz bei Chiumiento, als er sagte: «Mit dem 1:0 wurden wir ängstlicher und spielten nicht mehr wie davor.»

Betrug, Mafia, Stress und Spione: Lernen Sie die schmutzigen Geheimnisse des Fussballs kennen. Eine Web-Doku zum Sammeln.

Erstellt: 19.04.2016, 23:11 Uhr

Artikel zum Thema

Zwei Tore und ein umstrittener Penalty

In einem unterhaltsamen und umkämpften Derby trennen sich der FC Zürich und die Grasshoppers 1:1-Unentschieden. Mehr...

Kommentare

Blogs

History Reloaded Wie Sisis Mörder den Kopf verlor

Mamablog Wenn die Tochter sich nicht schön findet

Die Welt in Bildern

Spiegelung: Marathonläufer in der russischen Hauptstadt Moskau spiegeln sich in einer Pfütze. (22. September 2019)
(Bild: Evgenia Novozhenina ) Mehr...