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Tipps für WeihnachtenDiese neuen Berner Bücher sind ideale Geschenke

Wir stellen fünf Werke von Berner Autorinnen und Autoren für kleine und grosse Lesefans vor – und eines für Liebhaber von TV-Serien.

Mit einem guten Buch macht Weihnachten gleich noch mehr Freude.
Mit einem guten Buch macht Weihnachten gleich noch mehr Freude.
Foto: Getty Images

Eine alte Simmentaler Sage kindgerecht erzählt

Für wen?

Kinder ab vier Jahren.

Worum geht es?

Vanessa König erzählt die Sage von der «Wyberschlacht» auf der Langermatte im Simmental neu. Bei ihr sind es nicht die Walliser, die den Lenkern die Kühe rauben, sondern eine Bande von Räubern. Die Kinder und Frauen im Dorf erobern das Vieh mit List und ein paar beherzt eingesetzten Nudelhölzern zurück.

Was ist besonders gut?

Das Bilderbuch enthält wunderbare Zeichnungen der Illustratorin Ann-Sabine Künzler, die durch die Geschichte führen. Diese ist der heutigen Kinderwelt angepasst: Sie ist weniger brutal als das Original, und auch die Mädchen helfen tatkräftig mit. Ein aufklappbarer Berg sorgt für die perfekte Kulisse beim Vorlesen.

Ann-Sabine Künzler und Vanessa König: «Der Kuhraub. Ein Bilderbuch mit Berg», Baeschlin-Verlag 2020, 32 S., ca. 33 Fr.

Ein Märchen, das auch ein schweres Thema aufgreift

Für wen?

Kinder ab 8 Jahren.

Worum geht es?

Dies ist die zweite Geschichte von Daniele Meocci rund um die beiden Freunde Klara und Wolle. Dieses Mal müssen sie einem kleinen Weihnachtswichtel beistehen, den gekidnappten Hausmeister ihrer Schule finden und eine Katastrophe verhindern. Dabei vermischen sich Fantastisches und kindliche Alltagsrealität.

Was ist besonders gut?

Der Autor, der auch als Lehrer arbeitet, kennt die Sorgen und Wünsche von Kindern und nimmt sie in seinen Büchern auf. «Wichtel in Not» ist deshalb mehr als eine witzige und rasante Geschichte. Daniele Meocci spricht auch das Thema häusliche Gewalt an – behutsam und mit einem hoffnungsvollen Ausblick.

Daniele Meocci: «Wichtel in Not. Klara, Wolle und die verschwundene Mütze», Baeschlin-Verlag 2020, 140 S., ca. 24 Fr.

Ein Fantasyroman, der in die Zeit der Kelten führt

Für wen?

Jugendliche ab 12 Jahren.

Worum geht es?

Cilias Bruder Lars liegt im Koma. Sie glaubt, dass er sich mit einer unbekannten Krankheit infiziert hat, als sie beide aus der Gegenwart gefallen waren und in der Keltenzeit überleben mussten. Parallel dazu wird die Geschichte des Druiden Cadan erzählt, der vor 2500 Jahren lebte. Beide hoffen auf die Hilfe der Göttin Aventia.

Was ist besonders gut?

«Aventias Vergeltung» ist wie das Vorgängerbuch «Aventias Stunde» eine Mischung aus historischem und Fantasyroman. Die Autorin schildert zudem sehr realistisch die heutige Jugendwelt von Cilia. Die Dialoge sind witzig, die Geschichte hat Tempo, und ganz nebenbei lernen Leserinnen und Leser viel über die Kelten.

Monique Baeriswyl-Mauron: «Aventias Vergeltung. Cilia und Lars in Lebensgefahr», Sage-und-schreibe-Verlag 2020, 325 S., ca. 34 Fr.

Ein Roman wie ein mit Worten gemaltes Gemälde

Für wen?

Alle, die sich für historische Schicksale interessieren.

Worum geht es?

Der Lehrer Anton Marxer lebt zusammen mit seiner Frau, die seit einem Schlaganfall behindert ist, in einem Hochtal in Graubünden. Plötzlich steht die Weltgeschichte vor seiner Tür: Anna Schwarzer ist vor den Nazis aus Österreich geflüchtet. Anton Marxer will ihr helfen und bringt dabei sich und sein Umfeld in ein Dilemma.

Was ist besonders gut?

Thomas Röthlisbergers Roman ist ein Meistwerk – sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Wenn der Autor die Enge des Tals und das Schroffe der Berge beschreibt, fühlt man sich, als wäre man dort. Gleichzeitig lässt er die Tragik der verschiedenen Schicksale mit nur wenigen Worten aufblitzen, was sie umso eindringlicher macht.

Thomas Röthlisberger: «Das Licht hinter den Bergen», Edition Bücherlese 2020, 280 S., ca. 29 Fr.

Ein Bern-Krimi in Bestform

Für wen?

Alle, die Bern-Krimis lieben.

Worum geht es?

Agnes betreibt in Bern ein Bed and Breakfast. Eines Tages fällt sie beim Spaziergang um den Egelsee tot um. Hat sie aus Versehen giftige Pflanzen aus ihrem Kräutergarten in ihren Tee getan? Oder wurde sie gar ermordet? Und ist es Zufall, dass eine ihrer zahlreichen Brieffreundinnen ebenfalls plötzlich verstorben ist?

Was ist besonders gut?

Regine Frei nennt ihre Werke «Wohlfühlkrimis». Denn bei ihr gibt es keine blutrünstigen Szenen, dafür viele wunderbare Beschreibungen von Bern und Umgebung. Der Plot von «Letzte Nachricht» ist verwickelt, es gibt mehrere falsche Fährten, und am Ende wird die Geschichte auf höchstem Niveau aufgelöst.

Regine Frei: «Letzte Nachricht», Verlag Einfach Lesen 2020, 336 S., ca. 20 Fr.

Drachen

Für wen?

Alle Fans von «Game of Thrones».

Worum geht es?

Das Buch liefert die Hintergründe zur TV-Serie. Der Autor schildert die Entstehungsgeschichte, es gibt über 50 Gespräche mit Protagonisten sowie Beteiligten – und zahlreiche Fotos. Dabei erfährt man unter anderem, weshalb Schauspieler Peter Dinklage lange damit zögerte, den Zwerg Tyrion Lennister zu spielen.

Was ist besonders gut?

Die Serie ist zwar zu Ende. Doch «Feuer kann einen Drachen nicht töten» erlaubt es, nochmals in die Geschichte einzutauchen. Man kann sich wieder über die Fiesheit von Prinz Joffrey aufregen, sich vor dem Nachtkönig und seinen Weissen Wanderern gruseln und mit dem Bastard Jon Schnee mitfiebern.

James Hibberd: «Feuer kann einen Drachen nicht töten. Game of Thrones und die offizielle, noch unbekannte Geschichte der epischen Serie», Penhaligon-Verlag 2020, 464 S., ca. 40 Fr.