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Trotz CoronaDiese Hotels sind offen

Der Bundesrat empfiehlt, nicht zu reisen. Einige Hotels empfangen trotzdem Gäste. Sogar Jugendherbergen mit Mehrbettzimmern.

Steht für die betuchte Kundschaft weiterhin bereit: Das Wohnzimmer in einer  Suite des Zürcher Fünfsternhotels Dolder Grand.
Steht für die betuchte Kundschaft weiterhin bereit: Das Wohnzimmer in einer Suite des Zürcher Fünfsternhotels Dolder Grand.
Foto: zvg

Die Weisung des Bundesrats ist klar: Die Leute sollen zu Hause bleiben, auch in den Ferien. Verboten sind Reisen allerdings nicht. Und anders als Restaurants dürfen Hotels offiziell weiterhin geöffnet haben. Die meisten sind zwar geschlossen, aber längst nicht alle.

Um die Distanzregeln einhalten zu können, ist in den meisten offenen Hotels nur ein beschränkter Service möglich. Andreas Züllig, Präsident des Branchenverbands Hotelleriesuisse: «Unsere Hotels bieten systemrelevante Infrastruktur, zum Beispiel Unterkünfte für Grenzgänger, für Krankenhauspersonal, Geschäftsleute und die Armee.» Auch Feriengäste würden vielerorts aufgenommen, sofern überhaupt welche kommen wollten. «Ein Frühstücks- oder Salatbuffet können sie aber nicht erwarten», sagt er. Tatsächlich bieten einige Hotels nur noch eine Übernachtungsmöglichkeit an, ohne oder nur mit eingeschränktem Verpflegungsangebot.

Trotzt der Krise: Hotel National, Luzern.
Trotzt der Krise: Hotel National, Luzern.
Foto: Keystone

Hotelleriesuisse hat eine Liste mit 430 offenen Häusern veröffentlicht. Vom Luxushotel in der Stadt über das Businesshotel an der Autobahnausfahrt bis zum einfachen Land- oder Berggasthof ist alles vorhanden. In Zürich sind unter anderem die Fünfsternhäuser Baur au Lac und Dolder offen, das trendige 25 Hours Hotel und das günstige Motel One. In Davos haben 4 eher einfache Hotels geöffnet, in Luzern und Bern je 14 Häuser in allen Preiskategorien. Selbst im Tessin, wo von Reisen besonders abgeraten wird, führen einige den Betrieb weiter.

Verzeichnis der offenen Hotels in der Schweiz: www.hotelleriesuisse.ch/openhotels

«Distanzregeln werden problemlos eingehalten»: Mehrbettzimmer  in der Jugendherberge in St. Moritz.
«Distanzregeln werden problemlos eingehalten»: Mehrbettzimmer in der Jugendherberge in St. Moritz.
Foto: Christian Beutler (Keystone)

Auch viele Jugendherbergen sind trotz der Corona-Krise offen, aktuell 35 der 52 Häuser in der Schweiz. «Wir haben zurzeit nur wenige Gäste, sodass die Abstandsregeln problemlos eingehalten werden können», sagt Mediensprecher André Eisele. Es müsse also aktuell niemand mit Fremden im Mehrbettzimmer schlafen. Die Situation werde täglich analysiert: Je nach Gästeaufkommen werden die Hostels geschlossen oder wiedereröffnet. Da die Betriebsleiter in den jeweiligen Jugendherbergen wohnten, sei ohnehin immer jemand vor Ort.

Liste der offenen Jugendherbergen: www.youthhostel.ch/de/corona-news/

Beste Lage auch in Corona-Zeiten: Die Jugendherberge im Berner Marziliquartier.
Beste Lage auch in Corona-Zeiten: Die Jugendherberge im Berner Marziliquartier.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Geschlossen bleiben hingegen alle 153 SAC-Hütten, trotz idealer Bedingungen für Skitourenfahrer. Der Schweizer Alpen-Club begründet die Massnahme folgendermassen: «Wegen der engen Platzverhältnisse und oft einfachen hygienischen Verhältnisse ist die Einhaltung der Vorbeugemassnahmen in den Hütten schwierig bis unmöglich.»

2 Kommentare
    Karl Sutter

    Erstaunlich. Die Hotellerie, genau wie viele Garagebetriebe sind geschlossen, obwohl es keine entsprechenden Beschlüsse gibt. Einfach "weil es nicht rentiert". Ich denke wir werden uns gut merken, wer auch in schwierigen Zeiten zur Verfügung steht und wer sich einfach Richtung "Kurzarbeit" ins bequeme Wohnzimmer begibt.