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«Dann entdeckte ich den Mac»

«Wenn uns nichts Besseres gelingt, dann machen wir es überhaupt nicht»: Apples Chefdesigner Jonathan «Jony» Ive erklärt die Gründe für den Erfolg des iPhone- und iPad-Herstellers.

Der wichtigste Designer im Computerkonzern Apple: Jonathan Ive. Er leitet seit Mitte der 1990er-Jahre das Designerteam des Computerriesen Apple.
Der wichtigste Designer im Computerkonzern Apple: Jonathan Ive. Er leitet seit Mitte der 1990er-Jahre das Designerteam des Computerriesen Apple.
Keystone
Der 45-Jährige lebt mit seiner Frau und seinen Zwillingssöhnen in San Francisco. Geboren ist er in London. Die Metropole, die er drei- bis viermal pro Jahr besucht, ist in seinen Augen immer noch ein wichtiger Designort, wie er in einem Interview mit dem «London Evening Standard» sagt.
Der 45-Jährige lebt mit seiner Frau und seinen Zwillingssöhnen in San Francisco. Geboren ist er in London. Die Metropole, die er drei- bis viermal pro Jahr besucht, ist in seinen Augen immer noch ein wichtiger Designort, wie er in einem Interview mit dem «London Evening Standard» sagt.
AFP
...und der iMac G3 (1998). «Erst der iMac G3 löste 1998 das Versprechen ein, dem grauen Alltag ein Ende zu bereiten», so die «Süddeutsche Zeitung».
...und der iMac G3 (1998). «Erst der iMac G3 löste 1998 das Versprechen ein, dem grauen Alltag ein Ende zu bereiten», so die «Süddeutsche Zeitung».
Keystone
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Interviews mit Jonathan Ive sind etwa so selten wie Schnee in der Sahara. Jetzt hat Apples Chefdesigner sein Schweigen gebrochen. In einem Interview mit dem «London Evening Standard» hat sich der 45-jährige gebürtige Londoner, der sich seit Jahresbeginn «Sir» nennen darf, über die Philosophie des iPad- und iPhone-Herstellers sowie die Fehler der Konkurrenz geäussert.

Ein Erfolgsgeheimnis von Apple ist laut Ive die Detailversessenheit: Apples Ziel, bessere Produkte herzustellen, sei im Prinzip sehr einfach. «Aber wenn uns das nicht gelingt, dann machen wir es überhaupt nicht.» Die Konkurrenz indes wolle einfach nur neue Sachen herstellen – für Ive eine «völlig falsche» Herangehensweise: «Ein Gerät muss wirklich besser sein.» Diese Philosophie erfordere natürlich ungeheuer viel Disziplin. Weder gehe es um Preise, Zeitpläne noch um bizarre Marketingziele. Denn diese Punkte hätten «nichts mit den Menschen zu tun», welche Apple-Produkte nutzten.

Keine Angst vor dem Scheitern

Ive, der 1992 ein erstes Mal für Apple arbeitete und auf Wunsch seines Förderers Steve Jobs vor 15 Jahren definitiv bei Apple einstieg, erklärt im Interview den Sprung nach Übersee mit dem unglaublichen Optimismus im kalifornischen Cupertino und der Haltung, Ideen ohne Angst vor dem Scheitern austüfteln zu dürfen.

«Mister iPhone» arbeitet in einem kleinen Team mit Chipdesignern sowie Elektro- und Mechanikspezialisten. Dabei sei es nicht immer einfach zu wissen, «wer gerade was macht. Wir arbeiten am gleichen Ort, haben das gleiche Ziel und haargenau den gleichen Wunsch – nämlich grossartige Dinge herzustellen.» Dass dies durchaus nervenaufreibend sein kann, gibt Ive unumwunden zu.

Die «fanatische Fixierung» auf kleinste Details könne mehrere Monate in Anspruch nehmen. Trotzdem sei dies essenziell: «Bis du das kleine Problem nicht gelöst hast, kannst du auch nicht die andere, fundamentale Sache lösen», so Ive. Bereits die kleinste Veränderung sei in der Lage, einem Gerät ein völlig neues Gesicht zu geben.

«Fürchterliche Erfahrung mit Computern»

Die zentrale Rolle des Designs bei der Herstellung von Produkten ist Ive gemäss seinen Aussagen im «London Evening Standard» zum ersten Mal in den 80er-Jahren bewusst geworden: «Damals ging ich ins College und hatte fürchterliche Erfahrungen mit Computern gemacht. Dann entdeckte ich den Mac – das war ein dramatischer Moment, an den ich mich sehr genau erinnere. Ich hatte wirklich das Gefühl, die Leute zu kennen, die ihn hergestellt hatten.»

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