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«Kein Geld für Schnickschnack»

Der Smartphone-Boom beschert den beiden grössten Herstellern hohe Wachstumsraten. Allerdings: Analysten und die beiden Konzerne versuchen die Erwartungen für die Zukunft zu dämpfen.

Die Erwartungen sind hoch: Apple-Gebäude in den USA.
Die Erwartungen sind hoch: Apple-Gebäude in den USA.
AFP

Im Boom-Geschäft mit Smartphones und Tablet-Computern müssen sich die erfolgsverwöhnten Platzhirsche Apple und Samsung allmählich in Bescheidenheit üben. Apple verkauft zuwenig iPads, während bei Samsung die Erfolgswelle abzuebben scheint.

Der iPhone-Hersteller aus Kalifornien enttäuschte die Investoren bereits das zweite Vierteljahr hintereinander mit seinen Zahlen und blieb auch mit seiner Prognose für das wichtige Weihnachtsgeschäft unter den Erwartungen. Die Wall Street ist trotz Gewinnsprung nicht zufrieden.

Warten auf das iPad mini

Der Überschuss stieg im vergangenen Quartal um 24 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar. Das iPhone 5 ist seit Ende September auf dem Markt, die neue Mini-Version des Tablets iPad feiert nächsten Monat Debüt. Dass die Kunden darauf warten, bekam das US-Unternehmen bereits zu spüren – und das durchaus schmerzlich.

Im Schlussvierteljahr des abgelaufenen Geschäftsjahres hielten sich die Käufer zurück, der iPad-Absatz blieb mit 14 Millionen Stück deutlich unter den bereits reduzierten Vorhersagen. Dagegen übertraf die iPhone-Nachfrage mit 26,9 Millionen Verkäufen die Analystenschätzungen, obwohl Apple mit der Auslieferung der heiss begehrten Neuversion nicht hinterher kam.

«Kein Geld für Schnickschnack»

An der Börse wird Apple mit knapp 580 Milliarden Dollar bewertet und ist damit weltweit die Nummer eins unter den Technologiegiganten. Darin spiegeln sich weiterhin hohe Wachstumsraten wider. Im vergangenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz um 45 Prozent auf 156,5 Milliarden Dollar und der Gewinn sogar um 61 Prozent auf 41,7 Milliarden Dollar.

Doch die Bäume wachsen nicht mehr in den Himmel. Mit seinen Zielen fürs laufende Weihnachtsquartal liegt das Management deutlich unter den Markterwartungen. Finanzchef Peter Oppenheimer begründete dies unter anderem mit dem stärkeren Dollar und höheren Kosten für die Produkteinführungen.

Branchenbeobachter sind von Apple betont zurückhaltende Ausblicke gewöhnt. Apple ist aber kein Kosmos für sich, der sich vom Wirtschaftsabschwung abkoppeln kann: «Die Leute haben einfach kein Geld, sich immer den Schnickschnack zu kaufen, den sie am liebsten hätten», sagte ein Analyst zur Nachrichtenagentur Reuters.

Gedämpfte Erwartungen

Der Erzrivale aus Südkorea lieferte das vierte Quartal in Folge einen Rekordgewinn: Zwischen Juli und September verdoppelte sich das Resultat bei Samsung fast auf umgerechnet rund 5,6 Milliarden Franken. Was das Wachstumstempo angeht, sehen Branchenexperten das Ende der Fahnenstange allerdings erreicht erreicht.

Auch Samsung dämpfte die Erwartungen vor dem Weihnachtsgeschäft. Die Nachfrage werde nur leicht anziehen. Da andere Konzernbereiche schwächeln, lasten auf den Mobilgeräten rund um den Smartphone-Verkaufsschlager Galaxy besondere Hoffnungen. Doch hier sehen Analysten wenig Luft nach oben. Zudem dürften andere Segmente wie Tablets, Flachbildschirme und Halbleiter dürften zunächst nicht derartige Gewinnbringer sein wie das Galaxy.

Dauerstreit um Patente

Mit einem Anteil von 31,3 Prozent ist Samsung nach Berechnungen von Marktforschern am Smartphone-Weltmarkt doppelt so stark präsent wie Apple. Der Börsenwert der – im Tablet-Segment jedoch hinterherhinkenden – Südkoreaner beläuft sich aber nur auf ein Drittel des US-Rivalen, mit dem sie sich einen milliardenschweren Dauerstreit über Patente liefern.

Die nächste wegweisende Entscheidung eines US-Gerichts wird für Anfang Dezember erwartet. Zugleich ist Apple der wichtigste Kunde von Samsung, das die Amerikaner mit Chips und Bildschirmen beliefert. Allerdings wendet Apple verstärkt anderen Bauteilefertigern zu, was auf Samsungs Speicherchip-Absatz drückt.

SDA/kle/mw

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