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Warum der WePad eine echte iPad-Konkurrenz sein könnte

Am Montag konnten Experten die Apple-Konkurrenz erstmals auf Herz und Nieren prüfen. Das Fazit.

Was taugt der WePad des deutschen Unternehmens Neofonie? Erste Tester sind vorsichtig optimistisch.
Was taugt der WePad des deutschen Unternehmens Neofonie? Erste Tester sind vorsichtig optimistisch.
Keystone

Andrea Rungg war eine der ersten Testerinnen, die den WePad in den Händen hielt. Die «Financial Times Deutschland»-Redaktorin zeigte sich im Vorfeld mehr als skeptisch, schliesslich wurde bei der ersten Präsentation Mitte April ein Prototyp mit Windows vorgestellt – obwohl der Hersteller Neofonie immer vom Betriebssystem Linux sprach. «Apple veräppelt?», fragte darum Redaktion Tamedia nach der Vorstellung. Die Show war auch für die «Financial Times» eine Peinlichkeit.

Jetzt aber scheint zumindest der Verdacht ausgeräumt, dass es sich beim deutschen iPad-Konkurrenten um ein Fantasieprodukt handelt. Nach dem Test zeigt sich Andrea Rungg im Gespräch mit Redaktion Tamedia sogar vorsichtig optimistisch: «Das Gerät stösst bei Technikfreaks sicher auf grosse Begeisterung. Für Entwickler ist die offene Plattform eine grosse Chance.»

Grösser und schwerer – aber nicht weniger handlich

Obwohl der WePad mit 29 mal 19 Zentimetern grösser und mit 800 Gramm schwerer ist als der iPad, liege er besser in der Hand als das Tablet von Apple. «Der Nutzer kann das Gerät über den Touchscreen mit beiden Händen bedienen. Mit dem rechten Daumen kann man dank der integrierten Navigationsleisten rauf- und runterscrollen oder Fenster schliessen, mit dem linken Daumen innerhalb der Apps rauf- und runterfahren.» Auch Kamera und USB-Anschlüsse hätten einwandfrei funktioniert.

Ob das Gerät beim Konsumenten ankommt, hängt ihrer Ansicht nach aber vor allem von der Vertriebsstruktur ab, respektive der Frage, ob es Neofonie gelingt, das Tablet massenhaft in den Verkauf zu bringen. Es sei auch noch unklar, wer für den Service zuständig sei – auch das interessiere den Kunden.

«It's the software, stupid»

Ein grosses Apple-Plus sind für Testerin Brungg die Apps: «Schon der berühmte ‹Wall Street Journal›-Autor Walt Mossberg hat gesagt: ‹It's the software, stupid.› Das ist genau der Punkt: Schon heute gibt es Tausende Anwendungen für den iPad. Wenn gute WePad-Applikationen ausbleiben, wird sich das Gerät nicht zu einem Massenprodukt entwickeln. Dann kann die Hardware noch so gut sein.»

Und die anderen Tester? «Beim berührungsempfindlichen Bildschirm hapert es noch, die Bilder ruckeln beim Blättern ein wenig, und die Software auf Grundlage des offenen Betriebssystems Linux läuft nicht rund. Die Fehler sollen aber schnell behoben werden», schreibt etwa der Nachrichtendienst DPA.

Dieser hebt ebenfalls die Unterschiede zum iPad hervor: Über eine SD-Karte lasse sich die Kapazität vergrössern, ferner lasse sich eine externe Tastatur anschliessen. Das grosse Plus für diesen Tester ist indes Multitasking: «Mehrere Programme laufen gleichzeitig - Möglichkeiten, die Apples Wunderkind nicht bietet.»

Der Wepad soll im August in zwei Varianten – 16 und 32 GB – auf den Markt kommen und kostet umgerechnet 645 respektive 820 Franken.

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