Der neue Alleskönner

Seit drei Jahren gibt es den neuen Computerstecker USB-C. Allmählich wird klar: Der Standard macht Sinn.

Dem USB-C-Stecker gehört die Zukunft.

Dem USB-C-Stecker gehört die Zukunft.

(Bild: Fotolia)

Bei Apple liebt man den Purismus. Beim aktuellen Macbook gibt es daher nur noch eine einzige Anschlussbuchse, einen USB-C-Anschluss. Dieser ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger nur noch ein Drittel so gross und erlaubt den Designern eine flachere Gerätebauweise.

Die Buchse ist auch multifunktioneller und leistungsfähiger, denn sie kommuniziert mit einem angehängten Gerät nicht nur wie bisher über 4, sondern über 24 Leitungen. USB-C ersetzt dadurch nicht nur die bisherige USB-Buchse zum Aufladen oder Anschliessen von mobilen Geräten, sondern auch den Display-Port-Anschluss für externe Monitore, die HDMI-Buchse für den Anschluss an ein TV-Gerät, die Klinkenbuchse für den Kopfhörer und das Mikrofon sowie die LAN-Buchse fürs Kabelnetzwerk.

Wie herum man die Kabel in die einzelnen Geräte steckt, ist im Vergleich zum bisherigen Stecker unerheblich: USB-C passt immer, da die Leitungen spiegelverkehrt doppelt vorhanden sind.

Im Idealfall benötigt man bloss ein Kabel für mehrere Operationen: Unterstützt etwa ein Monitor USB-C, dann dient das Kabel nicht bloss zum Übertragen des Bildschirminhalts: Via den Monitor wird zugleich der Akku des Computers geladen. Derweil könnten sogar Daten auf eine externe Festplatte geschrieben werden, die an den Bildschirm angeschlossen ist.

Ideal für Handys und Tablets

Das alles funktioniert natürlich auch mit Windows- und Linux-Computern, wenn sie sowie die Peripheriegeräte USB-C unterstützen. Sehr praktisch ist der neue Standard insbesondere bei Tablets und Smartphones. Da man den Stecker nicht mehr falsch herum in die Buchse stöpseln kann, soll die Buchse 10'000 Steckvorgänge ohne auszuleiern überstehen.

USB-C spart auch den klassischen Klinkenstecker zum Anschluss des Headsets und macht so flachere Smartphones möglich. Über die Kabelverbindung können sich zudem Smartphones untereinander Energie spenden und gleichzeitig Daten übertragen.

Da USB-C erstmals auch bis zu 100 Watt Ladeenergie zulässt – statt bislang 4,5 Watt –, lassen sich auch Notebooks darüber aufladen, wenn ein entsprechend starkes Netzgerät verwendet wird. Tablets und Smartphones lassen sich via USB-C mit 15-Watt-Netzteilen schneller aufladen, als dies mit dem früheren Stecker möglich war.

Nicht alles ist kompatibel

Blind vertrauen kann der Konsument jedoch dem USB-C-Standard (noch) nicht. Die zuständigen Normierungsgremien haben sich zwar geeinigt, was USB-C alles können soll.

Die Hersteller sind aber nicht verpflichtet, auch alle Funktionen in ihr Gerät zu integrieren. So kann hinter einer modernen USB-C-Buchse ein lahmer Controller stecken, der Daten bloss in herkömmlicher Geschwindigkeit überträgt oder den Akku nicht schneller lädt.

Um herauszufinden, welche Funktionen das eigene Gerät unterstützt, braucht es entweder eine Lupe, mit der das miniaturisierte Piktogramm neben der Buchse entziffert wird. Oder aber: Man sucht im Handbuch oder im Internet nach den technischen Details.

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