2 Euro für 1000 Klicks

Sie, Ihre Tochter oder ein Freund: Träumten Sie auch schon vom grossen Geld mit dem grossen Auftritt? Youtube machts nun möglich, hereinspaziert ins TV-Studio – «Bathroom»-Kamera inklusive.

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Matthias Chapman@matthiaschapman

«Fernsehen ist voll out», heisst es bei vielen Jugendlichen. Wie bitte? Ja, zunehmender Beliebtheit erfreut sich heute das Filmvergnügen im Netz. Konkret auf Youtube. Noch konkreter als Abonnenten diverser sogenannter Youtuber. Das sind Kreative, die selber Filme aufnehmen und dann im Videokanal von Google hochladen.

Diese Selfmade-TV-Macher werden immer mehr und sie werden immer erfolgreicher. Felix Kjellberg zum Beispiel, besser bekannt als PewDiePie hat inzwischen rund 30 Millionen Abonnenten – und ist damit Rekordhalter.

Der erfolgreichste Youtuber, PewDiePie, in Aktion.

Der 25-jährige Schwede produziert so Videos über Games, sogenannte Let’s Plays oder Gameplays. Und er verdient damit Millionen. Youtube-Werbung machts möglich. Der US-Videokanal verdient dabei kräftig mit.

Mindestens 5000 Abonnenten

PewDiePie lässt die Jungen von heute also träumen. Star werden und das vom Küchentisch aus. Das grosse Geld machen und das ohne viel Aufwand.

Hier macht Youtube nun einen weiteren Schritt hin zu mehr Professionalität. Indem die Google-Tochter den TV-Amateuren Studios zur Verfügung stellt. Zu den drei jüngst eröffneten Aufnahmeräumen in Los Angeles, London und Tokio kommt jetzt eine neue De-luxe-Variante in New York dazu.

(Die BBC-Reporterin liess sich die Youtube-Studios in New York zeigen.)

Auf 2000 Quadratmetern mangelt es den Bewegtbildstars von morgen an nichts. Ob Rittersaal oder grosser Schminkspiegel im WC – überall sind Kameras installiert. Die Benutzung stellt Youtube gratis zur Verfügung. Einzige Bedingung: Wer im Studio seinen Clip aufnehmen will, muss über mindestens 5000 Abonnenten auf seinem Youtube-Kanal verfügen.

Nachtclubszene am Schminkspiegel gefällig? Der «Bathroom» im New Yorker Youtube-Studio.

Die Gratistechnik dürfte eine Win-win-Situation sein. Die Youtuber verfügen über professionelle Aufnahmegeräte, Youtube hat besser gemachte Videos und verdient erst noch gutes Geld mit Werbung. Willkommen in der TV-Welt von morgen.

Workshops inklusive

Was die Einnahmen betrifft: Pro 1000 Videoabrufe gibt es knapp zwei Euro. Auf weit über sechs Milliarden Abrufe brachte es PewDiePie. So zeigt sich, wie er bisher auf mehrere Millionen Euro Einnahmen kommt.

Das Programm mit den eigenen Youtube-Studios soll angeblich bereits ein Renner sein. 30'000 Hobby- und Profifilmer hätten insgesamt 450 Workshops besucht, liess sich ein deutscher Reporter beim Besuch vor Ort in New York sagen.

Am verbreitetsten ist die Youtube-Community in den englischsprachigen Ländern. Aber auch im deutschsprachigen Raum tut sich was. Comedy-Kanäle wie Y-titty oder Ponk sind inzwischen mit einem Millionenpublikum äusserst erfolgreich. In der Schweiz wurde im Frühling 2013 ein Partnerprogramm lanciert.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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