Deshalb durchsucht Google unsere E-Mails

Google durchforstet die E-Mails seiner Kunden auf Bilder, die Kindesmissbrauch zeigen. Nach heftiger Kritik verteidigt der Konzern seine Vorgehensweise.

In den USA verpflichtet, verdächtiges Material zu melden: Google. (Archivbild)

In den USA verpflichtet, verdächtiges Material zu melden: Google. (Archivbild)

(Bild: Keystone)

Der US-Internetkonzern Google hat die Durchsuchung von E-Mails seiner Kunden auf Kinderpornografie verteidigt. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte gestern auf AFP-Anfrage, Google nutze die entsprechende Technik nur, um in E-Mails seines Dienstes G-Mail nach Bildern zu suchen, die Kindesmissbrauch zeigen.

Nach Hinweisen auf andere Verbrechen – der Sprecher nannte als Beispiel die Verabredung zu einem Einbruch – suche Google nicht. In den USA sind E-Mail-Anbieter verpflichtet, einen Verdacht auf Kinderpornografie den Behörden zu melden, wie das Zentrum für vermisste und missbrauchte Kinder (NCMEC) betonte.

Ohne Google kein Fahndungserfolg

«Leider müssen sich alle Internetunternehmen mit Kinderpornografie beschäftigen», sagte der Google-Sprecher. Darum entferne das Unternehmen illegale Bilder aus seinen Diensten wie G-Mail oder der Suchmaschine und melde die Funde dem NCMEC. Das Zentrum am Rande Washingtons hat die sogenannte Cyber Tipline eingerichtet, über die Internetunternehmen einen Verdacht auf Kindesmissbrauch direkt der zuständigen Polizeidienststelle melden können.

Am Donnerstag war so ein 41-jähriger Angestellter eines Restaurants im texanischen Houston festgenommen worden. David Nettles von der Polizei Houston, zuständig für den Kampf gegen Kindesmissbrauch, sagte dem Lokalsender KHOU, ohne die Hilfe Googles wäre der Mann nicht entdeckt worden. «Ich kann diese Daten nicht sehen, ich kann dieses Foto nicht sehen – aber Google kann es.» Kritiker in den USA äusserten dagegen Bedenken über die technische Möglichkeit der Internetkonzerne, persönliche Daten ihrer Nutzer auszuspionieren.

Der festgenommene 41-Jährige ist nach Angaben des Senders KHOU als Sexualstraftäter registriert und war vor 20 Jahren wegen sexuellen Missbrauchs eines achtjährigen Jungen verurteilt worden. In seiner Wohnung seien auf seinem Smartphone und seinem Tablet kinderpornografische Fotos sowie Fotos von Kindern gefunden worden, die das Restaurant besuchten, in dem der Mann als Koch arbeitete. Laut KHOU wurde er wegen Besitzes und Weiterverbreitung von Kinderpornografie angeklagt.

mrs/AFP

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