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Google-Suche soll bald Fragen beantworten können

Antworten statt Links: Die Suchformel des Internetgiganten steht offenbar vor der grössten Veränderung in der Geschichte des Konzerns.

Mit einer neuen Suchformel soll die semantische Suche eingeführt werden: Google-Suche.
Mit einer neuen Suchformel soll die semantische Suche eingeführt werden: Google-Suche.
AFP

Der Internetkonzern arbeite zur Zeit an einem massiven Umbau seiner Suchfunktionalitäten, berichteten das «Wall Street Journal» am Donnerstag.

Mit einer neuen Suchformel solle die semantische Suche eingeführt werden. Damit könnten die Anwender Fragen nach Personen, Orten und Dingen stellen, deren Sinn dann von der Suchmaschine erkannt wird.

Als Beispiel führt die Zeitung eine Suche nach dem Begriff «Lake Tahoe» auf. Statt langen Linklisten würden künftig zunächst die Fakten aufgeführt, die Google über den See auf der Grenze der US- Bundesstaaten Nevada und Kalifornien kennt. Das wären die Details wie die Lage und Höhe des Sees oder die Durchschnittstemperatur und der Salzgehalts des Wassers. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Donnerstag in Hamburg den Bericht des «Wall Street Journal».

Auch Microsoft bot ähnlichen Dienst an

Die Microsoft-Suchmaschine Bing bot einen ähnlichen Dienst zur Fussball-WM 2010 an. Suchten Nutzer nach Spielern, Ländern oder Begriffen wie «Gruppe D», wurden aktuelle Spieltermine und Ergebnisse angezeigt. Man arbeite an ähnlichen Plänen für die Europameisterschaft und die Olympischen Spiele in diesem Jahr.

«Wir arbeiten schon lange an einer kontextbezogenen Suche», sagte ein Microsoft-Sprecher. In Zusammenarbeit mit dem Internetdienst Wolfram Alpha beantwortet Bing seit Ende 2009 etwa Suchanfragen zu Wissenschaft und Mathematik. Der Dienst kann so Formeln berechnen, anstatt auf eine Webseite mit den Ergebnissen zu verlinken.

Pionier Wolfram Alpha

Ähnlich funktioniert bereits die Suchmaschine Wolfram Alpha. Die neue semantische Suche könne zehn bis 20 Prozent aller Suchanfragen bei Google betreffen. Suchen Nutzer nach Lebensmitteln, wird der Kaloriengehalt angezeigt. Die Funktion ist bislang aber noch nicht in Deutschland nicht verfügbar: Wolfram Alpha funktioniert derzeit nur auf Englisch.

Auch das von etwa 850 Millionen Menschen genutzte soziale Netzwerk Facebook verfügt über grosse Mengen an Informationen über Menschen, Orte und Produkte. Diese liessen sich ebenfalls für individualisierte Suchtreffer auswerten. Facebook kooperiert bereits in ersten Zügen mit Bing, dessen Betreiber Microsoft an Facebook beteiligt ist.

afp/dapd/rek

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