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Shitstorm gegen Herrn «Krebs» wird 100'000-Euro-Spendenhagel

Brian Krebs wird online angefeindet. Um «gegen Krebs» zu kämpfen, spenden nun Tausende der Krebshilfe – auch in der Schweiz.

Hassaktion bringt der Krebshilfe Geld: Screenshots von Spendenbelegen auf der Pr0gramm-Plattform.
Hassaktion bringt der Krebshilfe Geld: Screenshots von Spendenbelegen auf der Pr0gramm-Plattform.

Die seltsame Geschichte über die plötzliche Häufung von Spenden für den Kampf gegen den Krebs begann mit einem Artikel des amerikanischen Journalisten Brian Krebs. Der IT-Sicherheitsexperte hatte über die dubiose Software Coinhive berichtet. Dieses Programm kann von Websitebetreibern missbräuchlich verwendet werden, um bei Computern von ahnungslosen Besuchern Kryptowährung abzuschürfen. In seinem Artikel outete Krebs einen Mitentwickler von Coinhive – und das ist der Gründer der deutschen Plattform Pr0gramm, auf der man Bilder und Videos posten und kommentieren kann. Zudem rückte Krebs die Plattform in ein schlechtes Licht.

Zahlreiche Pr0gramm-Nutzer reagierten verärgert auf den Artikel von Krebs. Zunächst traf ein regelrechter Shitstorm den US-Journalisten. Danach sorgte der Pr0gramm-Nutzer «BassT87» für eine überraschende Wendung in der Hassaktion mit der Botschaft «Krebs ist scheisse». «Ich hab den Rummel um Herrn Krebs mal zum Anlass genommen, meinen Teil gegen Krebs beizutragen. Vielleicht macht der eine oder andere es ja nach», schrieb «BassT87». Und er postete den Screenshot eines Spendenbelegs über 25 Euro an die Deutsche Krebshilfe. Seinem Beispiel folgten Tausende Leute, wie die Nachrichtenwebseite «t-online» berichtete. In kurzer Zeit waren bei der Deutschen Krebshilfe Spenden in der Höhe von über 100'000 Euro eingegangen. Und es wird rege weiter gespendet. Die Homepage der Pr0gramm-Plattform ist inzwischen vollgepflastert mit Screenshots von Spendenbelegen.

Die Spendenaktion in Deutschland hatte den Nebeneffekt, dass auch die Krebsliga Schweiz derzeit einen höheren Spendeneingang verzeichnen kann. Von Dienstag bis Donnerstagmittag gingen mehr als 200 Onlinespenden für die Krebsliga Schweiz und die Krebsforschung ein. Diese haben Einnahmen von rund 7500 Franken gebracht. Das sind deutlich mehr Onlinespenden als sonst, wie die Krebsliga Schweiz auf Anfrage von Redaktion Tamedia mitteilte. Die meisten Zahlungen seien mit dem Spendengrund «Krebs ist scheisse» versehen gewesen. «Da nicht bei allen Spenden eine Herkunft erkennbar ist, geht die Krebsliga Schweiz davon aus, dass rund 90 Prozent von dieser Aktion stammen.» Die Krebsliga registriert weiterhin einen Eingang von Spenden.

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