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Palin stach in ein Wespennest

«Warum verfolgen wir Julian Assange nicht mit der gleichen Dringlichkeit wie Al-Kaida- und Taliban-Führer?», fragt die Republikanerin Sarah Palin öffentlich. Das hätte sie besser bleiben lassen.

«Ein antiamerikanischer Agent»: Sarah Palins Kriegsrhetorik sorgt bei den Anhängern von Assange für Empörung.
«Ein antiamerikanischer Agent»: Sarah Palins Kriegsrhetorik sorgt bei den Anhängern von Assange für Empörung.
Keystone
Die Internetseite von Wikileaks, aufgenommen in New York. Computerexperten haben schon seit Jahren vor den Sicherheitsrisiken gewarnt, die von unzufriedenen Mitarbeitern und schlecht eingerichteten Sicherheitssystemen ausgehen. Die Veröffentlichung der vertraulichen Mitteilungen von US-Diplomaten durch die Plattform Wikileaks hat gezeigt, was dabei alles möglich ist.
Die Internetseite von Wikileaks, aufgenommen in New York. Computerexperten haben schon seit Jahren vor den Sicherheitsrisiken gewarnt, die von unzufriedenen Mitarbeitern und schlecht eingerichteten Sicherheitssystemen ausgehen. Die Veröffentlichung der vertraulichen Mitteilungen von US-Diplomaten durch die Plattform Wikileaks hat gezeigt, was dabei alles möglich ist.
Keystone
Aktivisten blockierten am Mittwoch die Website des Kreditkartenunternemen Mastercard, weil dieses keine Zahlungen an Wikileaks mehr zulässt.
Aktivisten blockierten am Mittwoch die Website des Kreditkartenunternemen Mastercard, weil dieses keine Zahlungen an Wikileaks mehr zulässt.
Keystone
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Julian Assange hat mächtige Feinde – die Grössten finden sich in Übersee. Die USA, welche der Wikileaks-Exponent mit der Veröffentlichung zuerst von geheimem Material zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak und dann mit der Verbreitung von diplomatischen Depeschen gegen sich aufgebracht hat, drohen mit juristischen Schritten.

Doch mehr als einen Prozess vor einem amerikanischen Gericht muss Assange wohl die ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin und ihre Mitstreiter fürchten. «Warum», fragt die einflussreiche Republikanerin und mögliche Präsidentschaftskandidatin 2012, «verfolgen wir ihn nicht mit der gleichen Dringlichkeit wie Al-Kaida- und Taliban-Führer?» Assange sei weder Journalist noch Herausgeber, sondern «ein antiamerikanischer Agent, an dessen Händen Blut klebt». Palin fordert die US-Behörden auf, die «technische Infrastruktur von Wikileaks zu zerstören».

«...dann sollte er exekutiert werden»

Die Antwort der Unterstützer der Enthüllungsplattform liess nicht lange auf sich warten: Wie die Nachrichtenagentur AFP bericht, wurde Palins Internetseite vorübergehend blockiert, gemäss einem Bericht des Senders ABC News waren auch die Kreditkartenkonten von Palin und ihrem Mann betroffen. In einem Online-Chat mit der Nachrichtenagentur AFP erklärte die Hackergruppe, ihre Angriffe auf alle ausdehnen zu wollen, die feindlich gegenüber Wikileaks eingestellt seien.

Gut möglich, dass darum bald amerikanische Nachrichtensender gehackt werden. In den USA haben einige von ihnen klar die Position der Regierung übernommen. «Endlich ist die Verbrecherjagd beendet», meldete etwa NBC – eine klare Vorverurteilung. Noch extremer hat sich die «Fox News»-Kommentatorin Kathleen McFarland positioniert.«Wenn er (Assange) für schuldig befunden wird, sollte er exekutiert werden.»

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