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Smartphone-Hersteller stechen Google aus

Ein Konsortium von Handy-Produzenten – darunter die Firma Apple – hat den Internet-Riesen Google im Wettstreit um Patente der kanadischen Firma Nortel überboten.

Bankrotter Netzwerkausrüster: Fussgängerin geht am Nortel-Sitz im kanadischen Brampton vorbei. (Archivbild)
Bankrotter Netzwerkausrüster: Fussgängerin geht am Nortel-Sitz im kanadischen Brampton vorbei. (Archivbild)
Keystone

Ein Konsortium um die Smartphone-Hersteller Apple und Research In Motion (RIM) hat mit einem Gebot von 4,5 Milliarden Dollar Google im Wettstreit um 6000 Patente des bankrotten kanadischen Netzwerkausrüsters Nortel Networks überboten.

Die Gruppe bot das Fünfache der 900 Millionen Dollar, die Google anfangs geboten hatte. Im Smartphone-Bereich konkurrieren Geräte mit Googles Betriebssystem Android mit den iPhones von Apple und den Blackberrys von RIM.

Breite Palette von Patenten

Die Nortel-Patente deckten fast jeden Bereich der Telekommunikation und angrenzender Bereiche wie der Internetsuche und der sogenannten sozialen Netzwerke ab, hiess es. Dazu gehören Halbleiter- und Funktechniken, wie sie bei Handys zum Einsatz kommen.

Einer der Berater von Nortel bei dem Verkauf, David Berten von Global IP Law Group, erklärte, das Unternehmen habe die Patente in den vergangenen 15 Jahren angesammelt, entweder durch eigene Forschungen oder die Übernahmen von Firmen. «Jedes Mal, wenn sie sich in ein Datennetzwerk einwählen, sind da Patente betroffen.»

Gegenseitige Klagen

Der Verkauf der Patente kommt zu einer Zeit, da sich die Handy-Hersteller gegenseitig mit Klagen überziehen, zum Beispiel wenn es um den Einsatz so allgegenwärtiger Features wie den Wischbewegungen auf einem Touchscreen geht. Das beschäftigt die Wettbewerber und hilft Firmen unter Umständen, durch Patenteinnahmen von den Erfolgen der Rivalen zu profitieren. So hat Apple den taiwanischen Hersteller HTC verklagt, der Android-Geräte herstellt, das gleiche machte Microsoft mit Motorola.

Der Leiter der Rechtsabteilung von Google, Kent Walker, nannte den Ausgang enttäuschend für jeden, der daran glaube, dass offene Innovationen dem Nutzer zugutekämen und Kreativität und Wettbewerb förderten. Google werde weiter gegen die Flut von Patentklagen kämpfen, die Entwickler und Konsumenten träfen. Google hatte erklärt, es wolle die Patente, um sich gegen die Klagen anderer zu verteidigen, bis der Kongress das Patentgesetz überarbeitet habe.

Dem siegreichen Konsortium gehören neben Apple und RIM auch noch Microsoft, EMC, LM Ericsson und Sony an.

Nortel gehörte einst zu den führenden Technologiefirmen. Auf dem Zenit in den 90er Jahren hatte Nortel mehr als 95'000 Mitarbeiter. Das Patentgeschäft muss noch von den Behörden in den USA und Kanada gebilligt werden.

SDA/kpn

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