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Nordkoreas eigenes Netflix heisst «Manbang»

Nur eine geringe Anzahl Menschen hat im kommunistischen Land Zugang zum staatlich kontrollierten Internet. Ein Streamingdienst soll diese bei Laune halten.

Nordkorea stellt den «technologischen Fortschritt» vor: TV-Sendung mit Staatschef Kim Jong-un. (Archivbild)
Nordkorea stellt den «technologischen Fortschritt» vor: TV-Sendung mit Staatschef Kim Jong-un. (Archivbild)
Lee Jin-man, Keystone

Obwohl in Nordkorea weniger als tausend Menschen Zugang zum Internet haben, startet das kommunistische Land eine TV-Plattform nach dem Vorbild des Streamingdienstes Netflix. Während das staatliche Fernsehen nur zwischen 15.00 und 23.00 Uhr sendet, können die Nutzer der Plattform «Manbang» (auf Deutsch: Überall) das Angebot der vier staatlichen Fernsehsender nun dann schauen, wenn es ihnen zeitlich passt.

Laut einer in der vergangenen Woche vom zentralen Fernsehsender KCTV ausgestrahlten Sendung kann das Angebot von jedem genutzt werden, der das nordkoreanische Intranet abonniert hat. Die Zahl dieser Abonnenten ist jedoch unbekannt. Laut KCTV unterschrieben in der Stadt Sinuiju hunderte Menschen einen Vertrag für «Manbang». Sinuiju ist eine von drei Städten, in denen das Bezahlfernsehen genutzt werden kann.

Laut dem Webportal «NK News» lassen sich über die Box Dokumentationen über die Führungsriege des Landes abrufen. Zudem soll es Sendungen geben, die Englisch- und Russischkenntnisse vermitteln.

Hier wird den Nordkoreanern erklärt, wie «Manbang» funktioniert. (Quelle: Youtube/Korean Central Television)

Das im Jahr 2000 geschaffene nordkoreanische Intranet erlaubt nur den Zugang zu ausgewählten Websites, die von der Regierung genehmigt wurden. Es dient vor allem als Kommunikationsplattform für Ministerien, Universitäten und Unternehmen. Der Zugang zum weltweiten Internet ist auf Hotels mit ausländischen Gästen beschränkt – und auf eine Elite, die höchstens tausend Menschen umfasst.

Das neue Angebot zeige den «technologischen Fortschritt», erklärte Martyn Williams, Chefredakteur der Website North Korea Tech. Es sei aber unklar, wie viele Häuser in Nordkorea überhaupt mit den für die Datenmengen notwendigen Leitungen ausgestattet seien.

AFP/nag

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