Politiker dürfen gegen Facebook-Regeln verstossen

Das Online-Netzwerk macht bei Politikern eine Ausnahme: So will Facebook deren Äusserungen auch zulassen, wenn sie nicht regelkonform sind.

Steht in den USA mit Blick auf die Präsidentenwahl 2020 unter massivem Druck aus Washington: Facebook. (Archivbild)

Steht in den USA mit Blick auf die Präsidentenwahl 2020 unter massivem Druck aus Washington: Facebook. (Archivbild)

(Bild: Keystone Thibault Camus)

Facebook wird Äusserungen von Politikern grundsätzlich auch dann auf der Plattform lassen, wenn sie gegen die Inhalte-Regeln des Online-Netzwerks verstossen. Die schon seit Jahren geltende Ausnahme für Beiträge mit Nachrichtenwert gilt künftig für alle Aussagen von Politikern.

Auch werde Facebook sie weiterhin nicht den unabhängigen Faktencheck-Partnern zur Prüfung vorschlagen, erklärte der Politik-Chef des Online-Netzwerks, der frühere britische Vize-Premier Nick Clegg.

«Wir sind kein politischer Teilnehmer»

Der gesonderte Umgang mit Politiker-Äusserungen höre aber auf, wenn dadurch Menschen gefährdet würden, betonte Clegg. Ausserdem gelte die Ausnahme nicht für politische Beiträge, die als Werbung verbreitet würden. Für die Faktenchecks stehen zugleich auch die Anzeigen nicht zur Verfügung.

«Unsere Rolle als Facebook ist es, für gleiche Rahmenbedingungen zu sorgen – nicht, selbst ein politischer Teilnehmer zu sein», sagte Clegg. Er wählte einen Tennis-Vergleich zur Illustration: Das Online-Netzwerk sorge dafür, dass der Platz bereit ist, nehme aber selbst nicht den Schläger in die Hand.

Facebook steht in den USA gerade mit Blick auf die Präsidentenwahl 2020 unter massivem Druck aus Washington. Präsident Donald Trump und seine Anhänger werfen dem Online-Netzwerk sowie anderen Online-Plattformen vor, konservative Meinungen zu unterdrücken.

chk/sda

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