Disziplinlose und harmlose Tigers in der Leventina

Die Langnauer machen sich in Ambri das Leben schwer und ermöglichen dem HCAP beim 2:0 den ersten Sieg.

Dominic Zwerger legt den Grundstein zum Sieg. Foto: Freshfocus

Dominic Zwerger legt den Grundstein zum Sieg. Foto: Freshfocus

Marco Oppliger@BernerZeitung

Und dann kocht der Kessel doch noch. Nicht ultimativ, dafür befinden sich mit nur 4239 zu wenige Zuschauer in der Valascia. Aber die können trotzdem ungemein Lärm machen. Eben hat Matt D’Agostini den Puck wuchtig zum 2:0 ins Tor gehämmert – es ist, 95 Sekunden vor dem Ende, die Entscheidung. Ambri-Piotta gelingt damit nach vier Niederlagen de suite zum Saisonstart ein Befreiungsschlag. Entsprechend wird das Team danach von den Tifosi gefeiert.

Die Langnauer dagegen müssen sich an der eigenen Nase nehmen. Weil sie sich im Angriff erstaunlich schwer taten. Vor allem aber, weil sie erneut oft auf der Strafbank Platz nehmen mussten. 36 Strafminuten kassierten sie alleine im letzten Drittel. «Die Disziplin ist ein Problem», hielt Federico Lardi unmissverständlich fest. «Wir müssen wieder einfacher spielen, mehr kämpfen und mehr laufen.»

Zwerger narrt die Tigers

Im März wurde Heinz Ehlers von den Trainern und Captains aller NL-Clubs zum besten Coach der Saison gewählt. 8 Stimmen erhielt der Däne, eine mehr als Ambris Luca Cereda. «Klar bin ich stolz, weil diese Auszeichnung von Experten kommt», meinte er. «Aber das bedeutet nicht, dass ich mich als den besten Trainer der Liga sehe. Für mich ist das eher eine Folge, weil die Mannschaft einen Schritt vorwärts gemacht hat.» Und dann sagte er: «Für mich hätte es auch sehr gerne Luca Cereda werden können.Ich habe grossen Respekt davor, was er mit diesem Team leistet.»

Am zweitmeisten Tore hatte Ambri vor dem Duell mit den SCL Tigers erhalten und am zweitwenigsten geschossen. Das sind nicht die Werte eines Playoff-Teilnehmers, und ein solcher war Ambri bekanntlich letzte Saison. Aber die Leventiner sind nach wie vor ein unangenehmer Gegner. Diese Erfahrung haben die SCL Tigers in der Valascia einmal mehr machen müssen. Ambri mag es an Talent mangeln, das Kader ist alles andere als breit besetzt. Aber seit Cereda an der Bande steht, versucht die Equipe dieses Manko mit Leidenschaft und Einsatz wettzumachen.

Allerdings hätte die Partie durchaus einen anderen Verlauf nehmen können. Nach 70 Sekunden kombinierten sich die Langnauer mustergültig durch die gegnerische Zone, Chris DiDomenico bediente Harri Pesonen – doch der Topskorer wartete einen Tick zu lange mit seinem Abschluss, gab damit Ambri-Keeper Daniel Manzato die Gelegenheit, die Scheibe gerade noch mit dem Schoner zu parieren.

So blieb das Geschehen lange relativ ausgeglichen, wobei die Leventiner in der Offensive öfters in Erscheinung traten. «Wir hingegen sind zu wenig vor ihr Tor gegangen, waren zu wenig präsent, oftmals hatte Manzato freie Sicht. Das müssen wir besser machen, und auch vor unserem Tor besser arbeiten», sagte Lardi.

Denn beim ersten Gegentreffer sah die Langnauer Defensive alles andere als stilsicher aus. Dominic Zwerger, der auffälligste Akteur in dieser Partie, kombinierte sich durch des Gegners Reihen und liess auch Ivars Punnenovs keine Chance.

Dostoinow fehlt

«Unser Ziel ist, nie zweimal in Serie zu verlieren», sagte Lardi. «Doch das ist jetzt passiert, also müssen wir noch mehr kämpfen.» Vorerst nicht mithelfen respektive mitkämpfen können Loïc In-Albon (Gehirnscherschütterung) und Alexei Dostoinow.

Letzterer bekundete am Sonntag Kopfschmerzen, es handelt sich um die Folgen einer möglichen Gehirnerschütterung, die er sich in der Vorbereitung zuzog. Dostoinow lässt sich nun wie In-Albon im Concussion Center in Zürich behandeln. Dafür konnte Robbie Earl bereits mit dem Team trainieren, der Amerikaner sollte am Freitag gegen die ZSC Lions wieder spielen können.


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