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US-Währung steht unter DruckDollar fällt zum Franken auf tiefsten Stand seit 2015

Die Pandemie und die politischen Entwicklungen in der Vereinigten Staaten haben auch Folgen für die Kurse. Wirtschaftsexperten befürchten zudem eine Belastung der Konjunkturerholung.

Corona und Politik setzen der amerikanischen Währung zu: Schweizer Franken und US Dollar-Banknoten.
Corona und Politik setzen der amerikanischen Währung zu: Schweizer Franken und US Dollar-Banknoten.
Foto: Christian Beutler (Keystone/15. Juni 2020)

Der Dollar-Franken-Kurs ist auf ein neues Mehrjahrestief gefallen: Am Montag kostete ein Dollar zeitweise weniger als 92 Rappen. Er erreichte mit 0,9167 Franken sogar den tiefsten Stand seit Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) Anfang 2015.

Die anhaltend hohe Zahl an Neuinfektionen in den USA mit dem Coronavirus setzten den Dollar zu vielen wichtigen Währungen unter Druck. Beobachter befürchten eine Belastung der Konjunkturerholung durch die Infektionslage. Auch die jüngste Verschärfung des Konflikts zwischen China und den USA belastet den Dollar. Die Proteste gegen Rassismus in den USA sorgen zudem für anhaltende Unruhen in einigen Städten.

Investoren schichten ihre Anlagen daher unter anderem in Franken, vor allem aber auch in Euro um. Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank etwa sprach auch von einer Stärke des Euro, nachdem sich die Europäische Union zuletzt auf ein Hilfspaket zur Bewältigung der Corona-Krise einigen konnte. «Europa hat sich geeinigt, ohne dass der Druck des Marktes das erzwungen hat, und hat sich damit als fähig zu politischer Gestaltung erwiesen», argumentierte Leuchtmann. Dies habe Europa weniger krisenanfällig und die gemeinsame Währung am Devisenmarkt attraktiver gemacht.

Eurokurs auf Höhenflug

In der Folge setzte der Eurokurs seinen jüngsten Höhenflug fort. Bis zum Nachmittag stieg er bis auf 1,1778 US-Dollar und damit den höchsten Stand seit September 2018. Auch zum Franken legte der Euro klar zu: Ein Euro wurde zuletzt zu 1,0821 gehandelt – so viel wie seit knapp zwei Monaten nicht mehr.

Die aktuelle Aufwertung von Euro und Dollar gegenüber dem Franken dürfte der SNB entgegenkommen: Die Coronakrise hatte dem Franken zuletzt als beliebte Fluchtwährung in Krisenzeiten wieder zu Höhenflügen verholfen. Dagegen stemmt sich die SNB jeweils unter anderem mit dem Kauf von Fremdwährungen. Ein zu starker Franken macht insbesondere der Exportindustrie und dem Tourismus zu schaffen.

SDA

9 Kommentare
    Rolf Zach

    Unsere SNB hat ja in ihrer tiefgründigen Weisheit immer auf US$ Wertpapiere gesetzt. Sie liebt mit Inbrunst US-Schatzscheine und US-Aktien, die an den US-Börsen zu Höchstpreisen umgesetzt werden und die geringsten Wachstumsaussichten haben.

    Wenn unsere SNB, das absolute Zentrum aller guten Wirtschaftswissenschaften zusammen mit der NZZ, wenigsten erklärt hätte, dass sie den grössten Teil der finanziellen Schäden des Covid-19 Pandemie zugunsten von uns Schweizer Steuerzahler übernimmt, wäre unser SFr. gegenüber dem US$ nicht aufgewertet worden und das Schweizer Volk hätte etwas davon gehabt. Die SNB verkündet aber ihre Geldmengen-Theorie und sagt, den Bund in seinen finanziellen Verpflichtungen in der Covid-19 Pandemie zu unterstützen, sei eine Ausgeburt satanischer Bosheit.

    Hurra, wir lieben die USA und vergessen alle materiellen Nachteile, die die SNB mit ihren US$ Devisen erleidet, wenigsten geben wir der USA Entwicklungshilfe, seien wir stolz darauf!