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LeserreaktionenEin Pseudohilfspaket mit inakzeptablen Bedingungen

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Die Finanzhilfe für den Profisport in der Schweiz sorgt für Diskussionen. 
Foto: Christian Pfander

Zu «Mehr Geld für den Fussball»

Ein Pseudohilfspaket mit inakzeptablen Bedingungen

Der Bundesrat hat für den Profisport ein Pseudohilfspaket in Form von Darlehen mit inakzeptablen Bedingungen beschlossen. Das Paket ist ein unüberlegter Schnellschuss. Der Bundesrat zwingt die Fussballclubs zu Geisterspielen. Dann sollte er die Clubs auch für die entgangenen Einnahmen entschädigen.
Er könnte aber auch das Versammlungsverbot aufheben und Veranstaltungen wieder zulassen. Im öffentlichen Verkehr sind täglich Tausende von Menschen auf kleinem Raum zusammen. Weshalb soll dies in den Stadien nicht auch möglich sein? Ich will nicht die Kultur gegen den Sport ausspielen, aber Theater, Schauspielbühnen und Symphonieorchester werden seit Jahren mit Millionen Franken von Steuergeldern unterstützt und somit künstlich am Leben gehalten.

Manfred Schädeli, Münsingen

Zu «Keine Folgen für offene Skigebiete»

Ein Schlag ins Gesicht

Es war also ein Missverständnis, dass am 14. März Skigebiete trotz eigentlich eindeutiger bundesrätlicher Anordnungen vom 13. März noch geöffnet hatten. Dies ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich an die Corona-Regeln und Empfehlungen halten. Interessanterweise haben aber alle Walliser und Bündner Skigebiete die Anordnungen der Schweizer Regierung sofort umgesetzt. In der Jungfrauregion gelten jedoch wohl andere Gesetze. Es war eigentlich fast zu erwarten und ist sehr bedenklich, dass die Berner Justiz bei den Jungfraubahnen und dem Berner Regierungspräsidenten Christoph Ammann Milde walten lässt. Offenbar gelten Anordnungen nur für den kleinen Bürger, nicht aber für den CEO der Jungfraubahnen.

Marc Messerli, Bern

Zu «Der Wert eines Menschen in Franken»

Basis für ethische Entscheidungen?

Soll etwa eine finanzielle Kosten-Nutzen-Rechnung die Basis für ethische Entscheidungen sein? Und dies auf der Grundlage von Erhebungen, die je nach Design des Szenarios und der Frage schwanken mögen? Das ist schlicht beschämend. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Sicherung einer lebenswerten Zukunft für alle mit dem Verweis auf mögliche Beeinträchtigungen der Wirtschaft abgelehnt wird – wohlweislich ohne die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Kosten mitzurechnen, die als Folge einer ungebremsten Klimakatastrophe entstehen. Offenbar wird hüben wie drüben angenommen, dass andere sterben werden und andere sich um die Probleme kümmern, die man selbst mitverursacht. Denn sonst würde die Diskussion anders geführt.

Jan Schuller, Bern

Zu «Tote Katzen im Bachbett»

Eine verwerfliche Tat

Was für eine verwerfliche Tat. Was sind das bloss für Menschen? Ich hoffe sehr, dass die Täterschaft gefunden und sehr hart bestraft wird. Leider sind nicht alle Menschen den Tieren gut gesinnt.

Elsbeth von Ballmoos, Schüpbach

Zum Thema Dividendenausschüttung

Falsche Logik

Ich lese immer wieder Leserbriefe von Leuten, welche im jetzigen Zeitpunkt die Auszahlung von Dividenden rechtfertigen. Sie sind der Meinung, es handle sich ja um die Dividenden des Vorjahres, welches Gewinn einbrachte. Das verstehe ich nicht. Wenn ich beispielsweise in meinem Haushalt in einem Jahr mehr einnehme und weniger verbrauche, mache ich Gewinn. Diesen könnte ich, gemäss dieser Logik, Ende Jahr an meine Familie und meine Gönner verteilen. Im nächsten Jahr mache ich Verlust. Ich kann die Steuern nicht bezahlen und reiche aus diesem Grund ein Steuererlassgesuch ein, das mir wohl kaum gewährt werden würde. Es kann doch nicht sein, dass Firmen in einer Krise nur gerade einen Monat die Löhne weiterbezahlen können oder Leute entlassen müssen. Reserven bilden kann eine Firma aber nur, wenn sie bei der Auszahlung der Dividenden vorsichtig ist und sich nicht in Konkurrenz mit anderen Firmen zu überhöhten Auszahlungen, oder eben zu einer Auszahlung in der Krise, drängen lässt.

Dora Kaiser, Thun

Zu «Maskenträger sind in Zug und Bus eine kleine Minderheit»

Keine Tiefenpsychologie

Die Zug- und Buspassagiere fahren nicht maskenlos herum, um ihre Ängste kleinzuhalten, und erschrecken ob vereinzelten Maskenträgern. Sich nicht zu maskieren, hat auch nichts mit Eitelkeit und fehlendem Sexappeal zu tun. Man muss den Menschen doch nicht über Wochen erzählen, die Gesichtsmasken seien unnütz, nur weil es schlicht keine gibt, und dann erwarten, sie würden plötzlich ihr Bewusstsein umkrempeln, sich selber Masken besorgen und damit herumlaufen. Die Menschen haben brav mitgemacht, was der Bundesrat ihnen vorgebetet hat. Aber eine Empfehlung bleibt eine Empfehlung. Man kann sich Deutschland zum Vorbild nehmen, dort müssen Masken getragen werden. Nein, das ist keine Tiefenpsychologie, sondern der ganz normale Menschenverstand, wie ihn unsere Behörden geformt haben. Die Masken sind vom Status «unnütz» erst zum Status «empfohlen» aufgerückt. Für mehr reicht es wohl nicht, weil man immer noch zu wenig Material hat. Eine Schande für unser Gesundheitssystem.

Ernst Menet, Lyss

Zitat des Tages

«Sich nicht zu maskieren, hat nichts mit Eitelkeit und fehlendem Sexappeal zu tun.»

Ernst Menet, Lyss

Zu «Schweizer erhalten Reisefreiheit zurück – wie es dazu kam»

Profiteure sollten Solidarität zeigen

Die Fluggesellschaften leiden stark unter der Corona-Krise. Sie haben Geld nötig, um zu überleben. Mein Vorschlag: Alle, die in den letzten zwei Jahren von Billigflügen (Flüge, welche die effektiven Kosten gar nicht decken können) profitiert haben, zahlen pro Flug je noch 50 Franken an die entsprechende Fluggesellschaft. So könnte das Defizit schnell gedeckt werden, und die 50 Franken pro Flug tun sicher niemandem weh, der sich in den letzten zwei Jahren so einen Flug leisten konnte. Warum soll die Allgemeinheit via Staat geradestehen, während die ehemaligen Passagiere (auch auf Kosten der Umwelt) profitierten? Das wäre auch eine Art Solidarität durch diejenigen, die von den billigen Flugpreisen profitiert haben.

Heinz Brauer, Ittigen