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Bittere Langnauer NiederlageEin Spiel zum Daheimbleiben

Fast keine Zuschauer, gar kein Spektakel: In einem schwachen Spiel verliert Langnau gegen Rapperswil 0:1. Tigers-Goalie Ivars Punnenovs gibt sein Comeback.

Starkes Comeback: Ivars Punnenovs überzeugt bei seinem ersten Saisoneinsatz. Nur der Lohn in Form von Punkten fehlt.
Starkes Comeback: Ivars Punnenovs überzeugt bei seinem ersten Saisoneinsatz. Nur der Lohn in Form von Punkten fehlt.
Foto: Marcel Bieri (Keystone)

Eishockey mit 1000 Zuschauern ist: Wenn eine halbe Stunde vor Spielbeginn im Stadionrestaurant gerade mal drei Tische besetzt sind. Wenn es so tönt, als singe im Fansektor ein Knabenchor mitten im Stimmbruch. Wenn in den Pausen das Mobilfunknetz für einmal nicht überlastet wird. Und wenn es keine gute Stimmung gibt, die ein schlechtes Spiel übertünchen kann.

Die Partie zwischen Langnau und Rapperswil war nicht schön anzuschauen. Es fehlte an Intensität, nicht aber an Fehlpässen. Die Tigers waren bemüht, sicher, nur kreierten sie kaum nennenswerte Torchancen. Die Gäste machten es nicht besser – und doch lagen sie nach 19 Minuten in Führung. Roman Cervenka traf im Powerplay, weil die Emmentaler mit einem Mann weniger einmal mehr zu passiv agierten. Das 0:1 war das neunte Gegentor in Unterzahl, im fünften Saisonspiel! Es ist ein «Bestwert», den keiner will.

Der fehlende Spielmacher

Goalie Ivars Punnenovs musste sich dabei nichts vorwerfen lassen, die Sicht war ihm verdeckt worden. Nach wochenlanger Absenz wegen Adduktorenbeschwerden gab er sein Comeback, ein ums andere Mal stellte er unter Beweis, wie wertvoll seine Vertragsverlängerung für die Tigers ist. Punnenovs war der ruhende Pol hinter nervösen Vorderleuten. Alleine in den ersten 20 Minuten hatte er 19 Schüsse pariert, wobei viele davon harmlos waren. Bis zuletzt hielt der Lette sein Team im Spiel.

Die erste Langnauer Heim-Niederlage gegen die Lakers seit siebeneinhalb Jahren jedoch vermochte auch der Keeper nicht zu verhindern. Das 0:1 muss die Equipe Rikard Franzéns gewaltig ärgern, Rapperswil kam mit höchst bescheidener Darbietung zum Auswärtssieg. Alles in allem blieben die Langnauer zu harmlos, auch in der Schlussphase. Es fehlte ein Spielmacher, ein Antreiber. Und es mangelte an Entschlossenheit. Sinnbildlich war die Szene kurz vor Ablauf des Mitteldrittels: Etwas abgedrängt, hatte Andrea Glauser das halbleere Tor vor sich. Er schaffte das Kunsstück, den Puck dem am Boden liegenden Melvin Nyffeler in den Fanghandschuh zu schiessen.

Das triste Bild

Auf den Frust neben folgte also jener auf dem Eis. Wer aufgrund der Zuschauerbeschränkung daheim bleiben musste, verpasste immerhin nicht viel. Die 1000 Anwesenden sassen in der Halle verstreut, das Bild war trist, da erübrigte sich die Frage, ob alles den kantonalen Vorschriften entsprach. Den Match zu verschieben war trotz erheblichem Organisationsaufwand keine Option gewesen, man wolle nicht «töipele», erklärte Geschäftsführer Peter Müller. Trotz düsteren wirtschaftlichen Aussichten ist die Verpflichtung eines weiteren Ausländers übrigens nicht vom Tisch: Diverse NHL-Spieler suchen Spielpraxis – einige sind fast zum Nulltarif zu bekommen.

1 Kommentar
    Johann Lüthi

    Bei solchen unterirdischen Leistungen, ausgenommen der Torhüter reut mich sogar das Sky Abo.

    Wen wollen die Tigers noch schlagen, wenn sie gegen ein bescheidenes Rappi nicht mal ein Tor erziehlen.