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Nach mehrmaligem WassereinbruchEine Röhre des Lötschberg-Basistunnels bleibt vorerst gesperrt

Da der öffentliche Verkehr wegen der Corona-Krise ohnehin eingeschränkt ist, betreibt die BLS nach mehrmaligem Wassereinbruch aktuell nur eine Röhre des Lötschberg-Basistunnels.

Alle Züge verkehren momentan nur durch eine Röhre des Lötschberg-Basistunnels. (Archivbild)
Alle Züge verkehren momentan nur durch eine Röhre des Lötschberg-Basistunnels. (Archivbild)
Foto: Keystone/Christophe Bott

Nachdem Mitte März erneut Wasser und Schlamm in den Lötschberg-Basistunnel eingedrungen sind, bleibt eine der beiden Tunnelröhren noch mehrere Wochen geschlossen. Der Bahnverkehr kann dennoch abgewickelt werden, da der öffentliche Verkehr wegen der Corona-Epidemie ohnehin reduziert wurde.

Das Bahnunternehmen BLS, das den Tunnel betreibt, hat daher beschlossen, die Reinigungsarbeiten im Tunnel ab sofort nur noch in einer statt zwei Schichten weiterzuführen. Dadurch dauerten die Arbeiten zwar länger, doch könne das Bahnunternehmen umsichtiger mit seinen Personalressourcen umgehen, wie die BLS in einer Mitteilung vom Freitag schreibt.

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise hat die BLS auch andere Bau- und Unterhaltsarbeiten auf ihrem Netz neu priorisiert.

Erstmals Anfang Februar

Erstmals drangen am 6. Februar Wasser und Schlamm in den Lötschberg-Basistunnel und behinderten den Zugverkehr. Der Wassereinbruch ereignete sich rund 2,5 Kilometer hinter dem Tunnelportal in Raron VS.

Die Stelle liegt geologisch in einer Kalkschicht mit Karstsystemen. Solche Schichten führten tendenziell mehr Wasser als beispielsweise Granit- und Gneisschichten. Das war bereits beim Tunnelbau klar. Dementsprechend wurde die Tunnelröhre mit Vliesen abgedichtet.

Das eindringende Wasser wurde mit provisorischen Massnahmen im Tunnel gefasst und in Absatzbecken geleitet. Dort konnte sich der Schlamm absetzen und das klare Wasser aus dem Tunnel abgeleitet werden, wie Fachleute der BLS im Februar erklärten. Mitte Februar konnte der Tunnel wieder vollständig in Betrieb genommen werden.

Kaum einen Monat später drang jedoch erneut Wasser und Schlamm in den Tunnel ein, an der selben Stelle wie zuvor. Einige Tage später konnte eine Tunnelröhre für den Verkehr wieder freigegeben werden.

(chh/sda)