Eishockey-Boom in Oberlangenegg

EishockeyVerschiedene Vereine bekunden Mühe,

genügend Nachwuchsspieler zu rekrutieren. Nicht so die Huskys aus Oberlangenegg. An der Grenze zwischen Emmental und Oberland ist Eishockey bei den Kindern sehr beliebt.

Oberlangenegg. Eine Gemeinde im Nordosten Thuns, in einer hügeligen Gegend mit geringer Bevölkerungsdichte gelegen. Im Ortsteil Kreuzweg befindet sich eine offene Kunsteisbahn. Die rege frequentiert wird. So rege, dass Hans-Rudolf Gerber sagt: «Von 17 bis 20 Uhr könnten wir dringend mehr Eisfläche gebrauchen.» Gerber ist Betriebschef der Kunsteisbahn, Eismeister, Nachwuchschef und Trainer der 1.Mannschaft des EHC Oberlangenegg. Ein Mann, der mit verantwortlich ist, dass an der Grenze zwischen Emmental und Oberland ein Eishockeyboom ausgebrochen ist. Ausrüstungen mieten Spieler aus vierzig Gemeinden spielen in Oberlangenegg Eishockey. In der Huskys genannten gemeinsamen Nachwuchsbewegung von EHC Oberlangenegg, EHC Bumbach, EHC Heimberg und SV Röthenbach sind 170 Knaben und Mädchen aus Spiez, Allmendingen, Eggiwil, Schangnau und Bumbach aktiv. «Das war nicht immer so», sagt Gerber. «Vor sieben, acht Jahren haben wir uns entschlossen, vermehrt in den Nachwuchs zu investieren.» 30 bis 35 Kinder absolvieren jährlich die Hockeyschule. Es gibt Jahrgänge, in denen fast 20 Hockeyschüler in eine Nachwuchsmannschaft übergetreten sind. «Wir haben ein sehr aktives Rekrutierungsteam», sagt Hans-Rudolf Gerber. «Von selbst kommen die Kinder nicht auf die Eisbahn.» Die Spieler können bis ins Alter von 13 Jahren die Ausrüstungen mieten und müssen lediglich Schlittschuhe und Stöcke selbst erwerben. Dem EHC Oberlangenegg kommt auch entgegen, dass in der unmittelbaren Nachbarschaft nur wenig andere Sportvereine aktiv sind. So gibt es keinen Fussballklub. Unihockey ist hingegen eine ernsthafte Konkurrenz. «Aus Heimenschwand oder Linden etwa haben wir kaum Nachwuchsspieler», erklärt Gerber. «In diesen Dörfern ist Unihockey die Nummer 1.» Überdurchschnittliche Spieler Vier Bambini-, zwei Piccolo- und zwei Moskitoteams konnten für die Saison 2010/2011 gemeldet werden. Bei dieser grossen Anzahl Spieler ist es fast normal, dass sich darunter überdurchschnittlich begabte Akteure befinden. Spieler, die unter Umständen wie Walter Gerber (Ex-SCL-Tigers), der Bruder von Hans-Rudolf Gerber, oder Beat Gerber (SC Bern) den Sprung in den Profibereich schaffen können. «Diese Spieler muss man ziehen lassen», sagt Hans-Rudolf Gerber. «Im letzten Sommer wechselten etwa zwei Mininovizen nach Langnau.» In mittelfristiger Zukunft könnte die 1.Liga in Oberlangenegg zum Thema werden. Angestrebt wird auch eine Verbesserung der Infrastruktur. Am liebsten mit einer gedeckten Anlage, wenigstens aber mit einem zweiten Eisfeld. «Sehr weit sind wir mit diesen Plänen aber noch nicht», meint Gerber. Reto Pfister>

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