Ronaldo: «Der glücklichste Moment meiner Karriere»

Wie die Sieger nach dem EM-Titel reagieren. Und wie die Verlierer.

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«Dies ist einer der glücklichsten Momente meiner Karriere, auf den ich seit 2004 gewartet habe», sagte der portugiesische Captain Cristiano Ronaldo, der nach 25 Minuten das Feld hatte verlassen müssen, später das Team aber von der Trainerbank und in der Coaching-Zone mit vollem Engagement unterstützte. Den Titel widmete er Portugal. «Die Menschen Portugals haben den Erfolg ebenso wie die Spieler verdient.» Es sei nicht der Final geworden, den er sich vor der Partie erhofft gehabt habe, es sei aber nicht möglich gewesen, weiterzuspielen. «Die Schmerzen waren zu gross.»

Trainer Fernando Santos lobte seinen Superstar: «Cristiano war ein grossartiges Beispiel, er hat es zweimal noch versucht. In der Kabine hat er den Jungs geholfen, das war die Definition von Teamwork.» Der 61-jährige Santos blieb auch in seinem 14. Pflichtspiel mit Portugal ungeschlagen. Er habe den Spielern immer gesagt, dass sie zwar viel Talent besitzen würden, dass sie aber immer mehr kämpfen und mehr rennen müssten als der Gegner.

«Dieser Moment ist unvergesslich»

«Es ist einfach unfassbar. Wir haben so hart gearbeitet und so lange darauf gewartet», sagte Eder, der in der 109. Minute Hugo Lloris mit einem Schuss aus 20 Metern bezwang. Vom ersten Tag an habe er gewusst, dass seine Chance einmal kommen werde. «Und dieser Moment ist nun unvergesslich.»

Frankreichs Trainer Didier Deschamps liess seinen Gefühlen nach dem spannenden, umstrittenen, aber keineswegs hochklassigen EM-Final in Saint-Denis freien Lauf. «Wir haben eine grosse Chance vertan, den Titel zu gewinnen. Es gibt keine Worte, um das Gefühl zu beschreiben. Die Enttäuschung ist immens.» Es brauche Zeit, um die 0:1-Niederlage zu verarbeiten, fügte Deschamps bei.

Der französische Captain Hugo Lloris lobte Portugal: «Wir waren nicht cool genug. Portugal war mental stark, sie haben nur ein Spiel gewonnen über 90 Minuten, das zeigt die Ressourcen, die dieses Team hat.» Auf Seite des Gastgebers waren die Enttäuschung und der Ärger verständlich, war Frankreich doch in der regulären Spielzeit das bessere Team gewesen. «Es ist brutal. Wir haben gemeinsam gelitten, wir haben gemeinsam gewonnen und wir haben am Ende gemeinsam verloren», sagte Deschamps.

Antoine Griezmann, der im Final nicht mehr an die Leistungen der vorangegangenen Auftritte anknüpfen konnte, versuchte, auch Positives zu sehen. «Wir müssen aus dieser Niederlage lernen. Wir bereuen nichts, wir werden stärker zurück kommen.» Es sei frustrierend gewesen, sie hätten den Pfosten getroffen und Chancen gehabt. «Aber man hat heute Abend gesehen, dass Portugal nicht einfach nur Ronaldo ist.» Die Portugiesen hätten defensiv sehr solide gespielt, gab der der EM-Torschützenkönig unumwunden zu. «Ich bin enttäuscht. Allzu gerne hätte ich diese Trophäe mit meinen Teamkollegen gewonnen.»

Ronaldos Worte an das Team

Ausgerechnet Joker Éder, der sein Geld beim französischen Erstligisten OSC Lille verdient, war der Matchwinner. Mit seinem harten und erfolgreichen Distanzschuss war er der einzige Torschütze. «Das war wahnsinnig beeindruckend, was uns da gelungen ist. Wir haben gespürt, dass ganz Portugal hinter uns steht. Wir haben unglaublich hart gearbeitet, wir haben bewiesen, dass wir eine eine geschlossene Mannschaft sind.»

Cristiano habe in der Pause dem Team gesagt, dass er allen vertrauen würde. «Mit dieser Energie hat er uns neuen Mut gemacht», erklärte Éder. Und er vergass nicht die Worte: «Wir haben uns diesen Sieg verdient.»

(fal/chk/si)

Erstellt: 11.07.2016, 01:11 Uhr

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