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Der SC Bern unterliegt in GenfEric Fehr demontiert den SCB

Trotz viel Kampfgeist verliert der SC Bern gegen Servette mit 3:5. Für die Differenz sorgt ein Mann mit viel Erfahrung in der weltbesten Liga.

Die Vorentscheidung: Servettes Damien Riat bezwingt Berns Goalie Tomi Karhunen nach einem herrlichen Trick, Beat Gerber kommt zu spät.
Die Vorentscheidung: Servettes Damien Riat bezwingt Berns Goalie Tomi Karhunen nach einem herrlichen Trick, Beat Gerber kommt zu spät.
Foto: Salvatore Di Nolfi (Keystone)

Wer Eishockeyfeinschmecker und nicht gerade Hardcore-Fan des SC Bern ist, dem muss diese Aktion ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Linus Omark lupft den Puck samtweich an Tristan Scherwey vorbei direkt in den Lauf von Damien Riat, dieser lässt mit einem brillanten Trick den erst 23-jährigen Yanik Burren uralt aussehen und lässt dann mit einem Handgelenkschuss unter die Latte Tomi Karhunen keine Chance.

Allein diese Szene verdeutlicht: Die Zeit, als die Servettiens einen Mangel an Talent mit einfachem Spiel und ausgeprägtem Körpereinsatz hatten kompensieren müssen, ist längst passé. Mit den vor dieser Saison verpflichteten Omark und Joël Vermin sowie dem temporär von den Washington Capitals übernommenen Riat fehlt es der Genfer Mannschaft nicht mehr an Klasse. Im Gegenteil, Servette ist im Sturm mittlerweile besser besetzt als der SC Bern.

Hoher Ellbogen mit Folgen

Das beschriebene Tor fällt in der 36. Minute; es ist das 3:0 und daher schon vorentscheidend. Das Unheil begann für die Mutzen indes schon früh – genauer: in der 11. Minute. Mika Henauer, zuletzt zweimal als Torschütze gefeiert, hatte seinen linken Ellbogen etwas weit oben, als Vermin in geduckter Stellung herangebraust kam. Es war keine bösartige Aktion, aber ein Check gegen den Kopf. Die Schiedsrichter bestraften diesen mit 5 Minuten und Restausschluss.

Es war ein Foul mit Folgen: Eric Fehr, Kanadier mit einer NHL-Erfahrung von 722 Partien, bezwang in Überzahl Karhunen mit einem satten Schuss aus kurzer Distanz. Die Berner boten einem starken Gegner Paroli und kamen auch zu etlichen Chancen. Doch die Genfer waren effizienter. Oder besser: Eric Fehr war effizienter. Wenige Sekunden nach dem ersten Seitenwechsel erzielte der Mittelstürmer per Ablenker das 2:0.

Vier Schüsse für vier Tore

Auch nach dem Geniestreich von Riat lassen die Berner den Kopf nicht hängen. Sie rennen im Schlussabschnitt unverdrossen an. Und tatsächlich: Alain Berger bringt mit seinem ersten Saisontor in der 42. Minute die Hoffnung auf einen Punktgewinn zurück. Doch Fehr sorgt mit einem Powerplay-Treffer wieder für klare Verhältnisse und lässt nur 40 Sekunden später sogar ein viertes Goal folgen. Vier Schüsse, vier Tore – der Kanadier erteilt dem SCB eine Lektion. Daran ändert auch nichts, dass die Berner noch Resultatkosmetik betreiben und letztlich 3:5 verlieren.

Am Donnerstag treten die Mutzen in Rapperswil an, doch schon heute wartet auf sie eine andere Aufgabe: Die ganze Mannschaft muss zum Corona-Test antreten. Der SCB hatte am vergangenen Freitag den EHC Biel empfangen; bei dessen Verteidiger Petteri Lindbohm ist in der Zwischenzeit das Virus nachgewiesen worden.