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Leserreaktionen«Es scheint so, als hätten viele komplett denn Verstand verloren»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Hier zu den Massnahmen zur Eindämmung von Corona.

Wir müssten lernen, dass wir nicht alles kontrollieren könnten, schreibt ein Leser.
Wir müssten lernen, dass wir nicht alles kontrollieren könnten, schreibt ein Leser.
Foto: Getty Images / iStockphoto

Zu «So wirkt sich der ‹Lockdown light› im Alltag aus»

Zuerst die dauernde mediale Angstmacherei und dann die immer länger werdende Palette mit dieser unsäglichen Massnahmenhysterie. Es scheint so, als hätten viele komplett denn Verstand verloren von der dauernden medialen Gehirnwäsche. Wir müssen endlich lernen, dass wir nicht alles kontrollieren können, sonst sind wir wie jetzt einfach ängstlich, manipulierbar und verletzlich. Medienkompetenz nennt sich das und wäre als Schulfach bestens geeignet. Das Leben hat mehr zu bieten, als in Panik und Hysterie zu verfallen wegen ein paar Viren. Wir Menschen haben das Vertrauen in die Natur verloren, verstehen den Sinn des Lebens und den unermesslichen Reichtum der Schöpfung nicht mehr. Nicht weil wir eine Maske tragen, schützen wir die Mitmenschen, sondern wenn wir das Leben lieben und miteinander teilen. Martin Schnyder, Ersigen

Wie hiess es doch bisher: Wenn genügend Abstand nicht möglich ist, schützt man sich mit Maske. So weit, so gut. Ich verstehe nicht, weshalb jetzt alle Kulturveranstaltungen wie Konzerte, Theater, Kino und sogar Gottesdienste verboten werden. Da tragen ja alle Maske. Wie kommt man darauf, dass solche Anlässe gefährlicher sein sollen als Zug und Bus fahren, wo noch Essen und Trinken erlaubt ist? Die Kulturschaffenden waren die Letzten, die im September wieder arbeiten durften, jetzt sind sie bereits wieder die Ersten, die unter den Massnahmen leiden. Es trifft ja auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Anlässe, denen ein grosses Stück Lebensqualität genommen wird. Strengere Massnahmen sollen dort getroffen werden, wo nachweislich die meisten Ansteckungen erfolgen. Die jetzt verordneten Einschränkungen sind unverhältnismässig. Ursula Berger, Thun

Zu «So gefährlich ist Covid-19 im Vergleich»

Wann endlich hat irgendwo auf der Erde eine Regierung den Mut, die Corona-Massnahmen konsequent auf die tatsächliche Gefahr abzustimmen statt auf Tests und die Angst, was passieren könnte? Seit den Bildern aus Bergamo ist bekannt, dass eine Covid-19-Erkrankung vor allem für alte, übergewichtige Männer mit Vorerkrankung fatal enden kann. Null Risiko gibt es nicht, aber gemäss einer kürzlich in der Berner Zeitung zitierten Studie ist für die Alterskategorie 20–49 das Risiko, an einer Covid-19-Infektion zu sterben, etwa siebenmal kleiner, als nach einem Unfall. Selbst in der Gruppe 80 plus überleben mehr als drei Viertel aller positiv getesteten Personen. Es geht nicht um Masken, sie bieten einen gewissen Schutz. Aber es geht um alle Massnahmen, welche die Wirtschaft schädigen – und dazu zählen auch Freizeit und Sport. Die Schweiz hat bisher mehr Augenmass bewiesen als andere. Man sollte jetzt nicht die Nerven verlieren – im Gegenteil. Urs Salvisberg, Langenthal

Zum Artikel: «So gefährlich ist Covid im Vergleich»

Zum Interview mit Max Reichen, Geschäftsführer der Bar- und Clubkommission Bern

Der Bundesrat appelliert an die Eigenverantwortung der Bürger. Es sind mindestens siebeneinhalb Monate vergangen seit Beginn der Katastrophe. Mittlerweile sollte Alain Berset gemerkt haben, dass dies nicht klappt. Dazu braucht es nur eine Kontrolle am Bahnhof Bern. Seit Ende März muss ich während der Arbeit eine Maske tragen. Das Pflegepersonal muss wieder zusätzliche Höchstleistungen erbringen ohne finanzielle oder sonstige Verbesserungen – und die Bars und Clubs sind schon wieder am Jammern. Die Schweiz hat einen schwachen, wirtschaftsgeprägten Bundesrat. Ruth Spiess, Pflegefachfrau, Bern

Zum Interview mit Max Reichen: «Behörden haben viel Geschirr zerschlagen»