«Die Euro macht uns das Geschäft kaputt»

Katerina Kurenka stammt wie Bond-Girl Olga Kurilenko aus dem Badeort Berdjanks. Sie träumte nach der Miss-Ukraine-Wahl von Hollywood. Heute ist sie Direktorin eines Spa-Clubs und klagt über die EM.

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Sebastian Rieder@RiederSebastian

Während die Spielorte von Lemberg bis Donezk an der Euro 2012 Rekordgewinne verzeichnen, bleiben die Betten in den ukrainischen Badeorten oft leer. Ein Beispiel ist die beliebte Feriendestination Berdjansk am Asowschen Meer, rund 200 km südlich von Donezk. «Wir haben hier unter der Woche eine Auslastung von knapp 30 Prozent», sagt Katerina Kurkina. Die Hoteldirektorin des Spa-Clubs Diodin spürt trotz herrlichen Sommerwetters die Schattenseite der Fussball-Europameisterschaft. «Zu dieser Jahreszeit müsste das Hotel voll sein, aber es sind alle beim Fussball. Die Euro macht uns das Geschäft kaputt», so die 27-jährige Gastro-Managerin, die sich auch für eine Schicht an der Rezeption nicht zu schade ist.

Eigentlich wäre Katerina Kurkina für Höheres bestimmt gewesen. Mit 17 Jahren gewann sie den regionalen Schönheitswettbewerb und präsentierte sich wenig später auf der prestigeträchtigen Bühne der Miss-Ukraine-Wahl. Die Jury wählte die zierliche Brünette auf den 7. Rang, ein Achtungserfolg. Statt einer Model- oder Schauspielkarriere wählte sie aber eine akademische Laufbahn, studierte Physik und Mathematik in Berdjansk, dem Heimatort von Hollywood-Star Olga Kurilenka.

«Hollywood ist weit weg»

Das Bond-Girl in «Ein Quantum Trost» ist heute das Aushängeschild der Stadt Berdjansk, der Nummer 3 aller ukrainischen Urlaubsziele. «Odessa und die Halbinsel Krim am Schwarzen Meer stehen an der Spitze der Beliebtheitsskala», sagt Katerina Kurkina, während sie für thunertagblatt.ch/Newsnetz für ein Foto posiert. Zehn Jahre nach der Wahl zur Miss Berdjansk geniesst sie den Auftritt vor der Kamera immer noch, will vom amerikanischen Traum aber nichts mehr wissen: «Hollywood ist weit weg. Ich fühle mich wohl hier, mein Job gefällt mir – und ich will mit meinem Mann eine Familie gründen». Wer der Glückliche ist, will sie nicht preisgeben. Das Personal an der Strandbar verrät aber, dass sie in den letzten Jahren zahlreiche wohlhabende Männer habe abblitzen lassen.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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