Die Paris Hilton des Ostens lädt zur Gala

Protz und Prunk für die Prominenz: Die schwerreiche Tochter eines ukrainischen Baumoguls empfängt für das EM-Endspiel die Elite der feudalen Fussballfans im neuen Fairmont Grand Hotel Kiew.

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Sebastian Rieder@RiederSebastian

Es wirkt alles noch ein wenig jungfräulich in der neuen Residenz der Schönen und Reichen. Der neue Fünf-Sterne-Palast am Ufer des Dnjepr hat erst vor drei Monaten seine pompöse Eröffnung gefeiert, scheint aber bei der Oberschicht schon die erste Adresse im Gastgeberland der Euro 2012 zu sein. Patricia Kaas, die Prinzessin von Monaco, Zucchero, Akon, die Klitschko-Brüder und Andrej Schewtschenko haben im Fairmont Grand Hotel schon Blitzbesuche abgehalten – Madonna und Elton John werden ebenfalls noch ihre Aufwartung machen. «Wir sind die Nummer eins im Osten», sagt Hoteldirektor Christoph Ganster mit erhabenem Ausdruck. Der Österreicher hat im Herbst seinen Managerposten im mondänen Raffles in Dubai aufgegeben, um in Kiew zusammen mit Lisa Juruschewa eine gastrologische Oase der Superlative zu schaffen. Die 27-jährige Tochter von Immobilien-Mogul Leonid Juruschew gilt als eine der zehn einflussreichsten Frauen in der Ukraine, gekürt vom hiesigen Magazin «Focus».

Ihr Vermögen wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt

Das gemeinsame Vermögen von Lisa Juruschewa und ihrer zwei Jahre älteren Schwester Anastasia wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt, unbestritten ist der Einfluss der beiden Jetset-Ladys im Hotelbusiness in Kiew. Nebst dem neuen Fairmont Grand Hotel ist auch das mächtige Intercontinental und das fast familiäre Riviera – das zum elitären Zirkel der Gastroszene gehört – in den Händen der beiden Frauen. «In unseren Hotels soll sich jeder Gast wie ein Star fühlen», sagt Lisa in perfektem Deutsch, während sie im Atrium ihr selbst entworfenes Design im französischen Jugendstil bestaunt. In Österreich aufgewachsen und von ihrem schwerreichen Vater in die Immobilienwelt herangeführt, beweist die Paris Hilton des Ostens nebst ihrem guten Aussehen auch Charme und Intelligenz. Der Türsteher nennt sie nicht nur, weil sie bildhübsch ist, Mona Lisa. Hinter der schönen Fassade versteckt sich eine fleissige Akademikerin. So hat die Mutter eines vierjährigen Sohnes einen Abschluss in Journalistik und BWL, und selbst für ein Studium an der Ecôle Hotelière de Lausanne war sie sich nicht zu schade. Schon in ihren jungen Jahren legte sie den Grundstein zum glamourösen Businessgirl im Ausland, als sie in New York die Fashion-Shop-Kette Manhattan eröffnete.

20'000 Euro für die Präsidenten-Suite

Nach der über fünfjährigen Bauphase des Fairmont hat Lisa Juruschewa dieses Jahr ihren vorläufigen Höhepunkt in der Hotellerie erreicht. Mit der einmaligen Lage im Herzen von Kiew und der Beschaffenheit des Interieurs hält der Name Grand Hotel, was er verspricht. «Hier ist alles nur vom Feinsten», sagt Ganster. So kostet die Präsidenten-Suite während der Euro satte 20'000 Euro die Nacht, ein Preis, den der feudale Fussballfan gerne bezahlt. «Wer so viel Geld bezahlt, der hat längst aufgehört, es zu zählen», sagt Ganster während er die Royal Suit präsentiert. Der 35-jährige Generalmanager ist umgeben von Dekadenz, die bis zur Decke reicht. Die üppigen Kronleuchter lassen das spanische Holz an den Wänden und die englischen Teppiche in der fast 300 m2 grossen Suite in einem warmen, royalen Licht erscheinen. «So mögen es die Ukrainer und die Russen. Wer sich hier zu Bett legt, fühlt sich wie ein Zar.» Am Wochenende des EM-Endspiels in Kiew dürfte im Fairmont nebst den gewöhnlichen VIPs, die für ab 400 Franken übernachten, auch der eine oder andere Scheich den westlichen Freuden frönen. Namen will Ganster nicht nennen, nur so viel: drei der 50 reichsten Männer der Welt werden vor und nach dem Final im Grand Hotel logieren.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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