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Standpunkt: Ein gutes, aber kein überragendes Turnier

Insgesamt übertraf die EM am östlichen Rand Europas die Erwartungen. Die zahlreichen Befürchtungen, die im Vorfeld geäussert worden waren, erwiesen sich als unbegründet

Die Spanier bleiben die Könige des Weltfussballs. Der Europameister 2008 und Weltmeister 2010 triumphierte auch an dieser EM. Verdient. Und im Final gegen Italien souverän und überlegen. Spanien war in der letzten Begegnung des Turniers noch einmal zu einer deutlichen Leistungssteigerung fähig, nachdem die Mannschaft in den letzten Wochen nicht immer restlos überzeugt oder gar brilliert hatte. Im Halbfinal gegen Portugal und den stärksten Einzelspieler Cristiano Ronaldo hatten die Spanier stark leiden müssen und sich erst im Elfmeterschiessen durchgesetzt. Aber Glück und Nervenstärke sind stets auch wertvolle Begleiter erfolgreicher Teams.

Die spanische Jahrhundertmannschaft ist immer noch hungrig, sie ist eingespielt, sehr stabil und erhält kaum Gegentore. In der Offensive sind die Spanier mit ihrem Kurzpassfussball zwar einfach auszurechnen. Eigentlich. Aber dennoch gelingt es den Ballartisten um Spielgestalter Xavi, Stratege Xabi Alonso sowie den überragenden Vorbereiter Andrés Iniesta immer wieder, mit Ruhe und Geduld, Selbstvertrauen und Spielkontrolle eine Lücke im gegnerischen Bollwerk zu finden. Weil nahezu jeder spanische Feldspieler in der Lage ist, ein Tor zu erzielen, fiel sogar der verletzungsbedingte Ausfall des Torjägers David Villa kaum ins Gewicht. Der Siegeszug der Spanier muss jedenfalls keineswegs zu Ende sein. Auch in Zukunft werden sie nur schwierig zu bezwingen sein. Die Italiener dagegen erreichten zwar verdient den Final. Dort aber wurden ihre Limiten schonungslos aufgedeckt. In der Vorrunde hatten sie Spanien im wohl besten Turnierspiel noch ein 1:1-Unentschieden abgetrotzt.

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