Zum Hauptinhalt springen

Leser fragenFerien storniert: Bekommen wir die Anzahlung zurück?

Was steht mir bei einer Kündigung während der Kurzarbeit zu? Antworten unserer Expertin.

Die Strände von Rimini dürften dieses Jahr leerer bleiben als gewöhnlich. Viele hatten aber schon gebucht und sind jetzt unsicher, ob sie ihr Geld zurückbekommen (Archivbild).
Die Strände von Rimini dürften dieses Jahr leerer bleiben als gewöhnlich. Viele hatten aber schon gebucht und sind jetzt unsicher, ob sie ihr Geld zurückbekommen (Archivbild).
Foto: Reto Oeschger

Ferien storniert: Bekommen wir die Anzahlung zurück?

Bereits im letzten Jahr haben wir ein Ferienappartement auf einer deutschen Nordseeinsel gebucht. Dafür mussten wir eine Anzahlung von 900 Euro leisten. Vorgesehener Reisebeginn wäre der kommende 23. Mai. Nachdem unser Flug storniert worden war, informierten wir die Vermieterin. Sie bot uns daraufhin an, die Buchung kostenfrei zu stornieren. Jetzt aber weigert sie sich kategorisch, uns die Anzahlung zurückzuerstatten. Sie begründet dies mit den Umtrieben, die sie gehabt habe. Im Vertrag und in der Reservationsbestätigung steht aber nichts davon. Was raten Sie uns?

Eine Möglichkeit wäre, dass Sie versuchen, die Reise auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Denn inzwischen steht fest, dass die Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland bereits im Juni wieder offen sein soll. Wenn eine Verschiebung für Sie nicht infrage kommt oder die Vermieterin damit nicht einverstanden ist, sollten Sie noch nicht aufgeben. Versuchen Sie, mit der Vermieterin zu verhandeln, dass sie den Betrag reduziert und Sie wenigstens einen Teil der Anzahlung zurückbekommen.

Bleibt die Vermieterin hart und verfügen Sie auch nicht über eine Annullationsversicherung, die in diesem Fall zahlt, so bleibt Ihnen wohl nichts anderes übrig, als das Geld abzuschreiben. Betreiben können Sie nicht. Das ginge nur, wenn die Vermieterin eine Niederlassung in der Schweiz hätte. Somit bliebe nur der Rechtsweg – hier oder am Ort Ihres Feriendomizils, sagt Vito Roberto, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität St. Gallen.

Der Rechtsweg ist aber nicht nur zeitaufwendig, er geht auch ins Geld. Deshalb lohne sich das erst, wenn es um mehrere Tausend Franken gehe.

Grundsätzlich ist es heikel, im Voraus etwas zu zahlen, wenn der Vertragspartner im Ausland sitzt. Besser wäre, hiesige Anbieter zu wählen, rät Vito Roberto. Da kann man das Geld auch zurückholen, wenn es nicht klappt.

Zuerst Kurzarbeit, jetzt Kündigung: Was steht mir nun zu?

Ich bin angestellt als Teilzeitmitarbeiterin im Büro eines Kleinbetriebs. Laut Vertrag habe ich eine zweimonatige Kündigungsfrist. Nun habe ich im April die Kündigung bekommen per Ende Juni. Allerdings arbeite ich schon seit Mitte März nicht mehr, da die Firma Kurzarbeit angemeldet hat. Ich gehe davon aus, dass ich auch die verbleibende Zeit im Mai und Juni nicht mehr arbeiten muss. Was heisst das aber für meinen Lohn: Was habe ich für April und für die Dauer der Kündigungsfrist zugute?

Kurzarbeit ist grundsätzlich dazu gedacht, Arbeitsplätze zu erhalten und Kündigungen zu vermeiden. Dennoch kann es auch während einer Phase von Kurzarbeit zu Kündigungen kommen.

Bis zur Kündigungsfrist haben Sie Anspruch auf die Kurzarbeitsentschädigung. Danach, also ab dem Moment, ab dem die zweimonatige Kündigungsfrist zu laufen beginnt, fallen Sie nicht mehr unter Kurzarbeit. Ihre Arbeitgeberin schuldet Ihnen für diese Zeit bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses ganz normal Ihren vollen Lohn. Das gilt selbst dann, wenn Sie in den Monaten Mai und Juni nicht mehr arbeiten müssen.