Zum Hauptinhalt springen

Umweltverschmutzung im Fluss AisneFische verenden tonnenweise – Schuld ist eine Nestlé-Fabrik

In den französischen Ardennen gab es einen Zwischenfall in einer Fabrik von Nestlé . Die Folge sind Tausende toter Fische. Das Unternehmen soll nun belangt werden.

Helfer sammeln im Fluss Aisne die verendeten Fische ein. Über Tage dokumentierte der Fischereiverband der Ardennen auf Facebook die Arbeiten. Insgesamt seien drei Tonnen Fische aus dem verschmutzten Fluss gefischt worden, meldete der Verband.
Helfer sammeln im Fluss Aisne die verendeten Fische ein. Über Tage dokumentierte der Fischereiverband der Ardennen auf Facebook die Arbeiten. Insgesamt seien drei Tonnen Fische aus dem verschmutzten Fluss gefischt worden, meldete der Verband.
Foto: Facebook

Nestlé hat in den französischen Ardennen ein Problem. Tonnenweise Fische sind dort gestorben. Nun hat der Schweizer Nahrungsmittelkonzern ein Verfahren am Hals, wie internationale Medien wie BBC schreiben.

Die Todesfälle seien auf eine Reduktion des Sauerstoffgehalts im Fluss Aisne in der Nähe des kleinen Ortes Challerange zurückzuführen. Dies meldeten die zuständigen Behörden vergangene Woche. Es sei ein Damm gebaut worden, um die Ausbreitung der Verschmutzung einzudämmen, liessen die Behörden weiter wissen.

Im 450-Seelen-Ort Challerange in der Nähe von Reims produziert Nestlé etwa Milchpulver für die Dolce-Gusto-Linie. Nestlé selbst bestätigte einen «vereinzelten und unfreiwilligen Überlauf von biologischem Schlammabfluss ohne die Anwesenheit von Chemikalien». Das Überlaufen habe insgesamt 3 Stunden gedauert.

«Alles starb in einem Gebiet von sieben Kilometern Länge.»

Michel Adam, Präsident des Fischereiverbandes der Ardennen

Gegenüber BBC beschreibt Michel Adam, Präsident des Fischereiverbandes der Ardennen, das Ausmass des Fischsterbens: Der Schaden belaufe sich auf mehrere Tausend Euro. «Alles starb in einem Gebiet von sieben Kilometern Länge», sagt er. Etwa 14 Arten seien betroffen, darunter geschützte Arten wie Aale und Neunaugen. Insgesamt habe man drei Tonnen Fische aus dem Fluss gefischt. «Ich bin seit vierzig Jahren beim Verband, ich habe noch nie eine Verschmutzung dieses Ausmasses gesehen», sagte Adam weiter.

Drei Tonnen tote Fische

Der Verband hat mit der Hilfe von Freiwilligen den Fluss gereinigt. Allein am vergangenen Donnerstag sei eine Tonne toter Fische geborgen worden, wie die Organisation auf Facebook schreibt. Noch immer habe es weitere tote Fische in der Aisne. Doch die überlasse man nun der Natur, wie es weiter heisst.

Die Verschmutzung des Flusses hat zur Folge, dass Nestlé nun rechtlich belangt werden soll. «Wir haben eine Beschwerde gegen Nestlé Frankreich wegen Umweltverschmutzung und Verletzung von Artikel 432.2 des Umweltgesetzes eingereicht», sagte Michel Adam gegenüber BBC.

18 Kommentare
    Ronnie König

    Nestle hätte da besser sofort die Behörden informiert und gesagt, dass ein Unglück passiert sei und es ihnen leid täte und man vollumfänglich für den Schaden aufkomme. Nichts dergleichen. Man erinnere isch, vor wenigen Monaten der Wasserskandal in Evian. Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an den Milchpulverskandal von Nestle in Afrika und tausende Babys starben. Damals war die Arroganz noch so gross, dass man den afrikanischen Müttern die Schuld gab. Nestle ein Flagschiff des MSI, ein grosser Arbeitgeber in manchem Land. Das Kalkül von Nestle ist, dass das Kritiker in kleiner Zahl lässt, aber sie zittern vor der KoVI, sie geben einiges an Geld gegen die Kampagne. Was nützen gute Produkte, wenn daran "Blut" klebt? Unfälle können passieren. Den Schaden in Ordnung bringen ist Charaktersache.