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Gemeinderatswahlen BoltigenFreie Bahn für junge Kräfte

Gemeinderatspräsident Fred Stocker demissioniert wie angekündigt nach nur einer Amtsdauer. Noch können Vorschläge für Kandidaten eingereicht werden.

Die Gemeinde Boltigen steht vor Teilerneuerungswahlen.
Die Gemeinde Boltigen steht vor Teilerneuerungswahlen.
Foto: Kerem S. Maurer

An der Boltiger Gemeindeversammlung vom 24. November sind infolge Ablauf von Amtsdauern und Demissionen Teilerneuerungswahlen vorgesehen. Gemeinderatspräsident Fred Stocker (SVP), seit vier Jahren im Amt, demissioniert vorzeitig genauso wie Gemeinderat Jakob Reichen vom Eichstalden, der zwei Amtsdauern hinter sich gebracht hat. Der parteilose Gemeindepräsident Albert Wampfler sowie Anna Bieri-Spielmann (SVP), beide aus Schwarzenmatt, sind für weitere Amstdauern wiederwählbar. Anna Bieri-Spielmann ist übrigens nicht mit Adrian Bieri verwandt, der im Boltiger Gemeinderat das Ressort Umwelt betreut.

Kandidaten gesucht

Nach dem Boltiger Organisationsreglement sind Wahlvorschläge bis vier Wochen vor dem Versammlungstermin, also bis zum 27. Oktober, einzeln beim Gemeinderat einzureichen. Vorschläge für Kandidierende müssen zwingend von fünf in Boltigen stimmberechtigten Personen unterzeichnet sein, wobei jeweils nur die erstunterzeichnende Person berechtigt ist, den Vorschlag wieder zurückzuziehen.

Wolle ein Vorgeschlagener nach erfolgter Wahl das Amt nicht annehmen, gebe es in Boltigen keinen eigentlichen Amtszwang, erklärt Gemeindeschreiber Rudolf Matti. In diesem Fall würde der Sitz für eine Neubesetzung offen bleiben. Auf die Frage, wer für die frei werdenden Sitze in Boltigen kandidiert, verweist Matti auf die Einreichfrist und nennt keine Namen. Aber er betont, man lege Wert darauf, dass alle Gemeindegebiete im Gemeinderat vertreten seien.

«Das Rad nicht neu erfinden»

«Ich habe bereits vor vier Jahren angekündigt, nur eine Amtsdauer zu machen», erklärt der abtretende Gemeinderatspräsident Fred Stocker auf Anfrage. Zudem mache es von seinem Alter her – er ist 76 – Sinn, jungen Kräften das Feld zu überlassen. Stocker amtete ab 2009 im Gemeindepräsidium, erst als Vize, dann ab 2011 als Präsident. Schliesslich wurde er 2017 zum Gemeinderatspräsidenten gewählt. Als Highlight der letzten vier Jahre bezeichnet der Boltiger Politfuchs den Besuch des Ständerats in der Kirche Boltigen im Jahr 2017 mit dem anschliessenden Abendessen. Als Tiefpunkt nennt er «das grosse ‹Gschtürm› mit der Sommerau».

Fred Stocker demissioniert als Gemeinderatspräsident von Boltigen.
Fred Stocker demissioniert als Gemeinderatspräsident von Boltigen.
Foto: Kerem S. Maurer

Ein weiterer Dauerbrenner seiner letzten Amtszeit war das Thema Verkehrsberuhigung in Reidenbach, welche letztlich zwei Temposmileys zur Folge hatte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. «Diese Smileys finde ich gut, die haben eine Beruhigung gebracht», ist Stocker überzeugt.

Und was will er der nächsten Politgeneration mit auf den Weg geben? «Ich habe schon vor vier Jahren gesagt, dass ich das Rad nicht neu erfinden will», erinnert sich der scheidende Gemeinderatspräsident. Dieser Vorsatz habe sich bewährt und eine gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und der Gemeindeverwaltung ermöglicht.