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Leserreaktionen«Freiheitsberaubung zu schreien, ist idiotisch»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Hier zum Protest der Corona-Gegner.

Corona-Skeptiker versammelten sich am Mittwoch vor dem Bundeshaus. Die von ihnen geplante Demonstration konnte von der Polizei allerdings verhindert werden.
Corona-Skeptiker versammelten sich am Mittwoch vor dem Bundeshaus. Die von ihnen geplante Demonstration konnte von der Polizei allerdings verhindert werden.
Foto: Raphael Moser

Zu «Spitäler warnen vor Überlastung»

Personen, die gegen Covid-Massnahmen protestieren, werden Corona-Rebellen oder auch Covidioten genannt. Tatsächlich kommt es mir idiotisch vor, wegen vorübergehender Maskenpflicht und anderen Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie Freiheitsberaubung zu schreien. Gleichzeitig frage ich mich, wie viele dieser Unbelehrbaren ihre Daten, das heisst ein Stück Freiheit, an Konzerne wie Google oder Facebook verkauft haben. Ich bin froh, dass ich beim Einkaufen nicht mehr der Einzige bin, der eine Maske trägt - gerade weil ich weiss, wie für mich viel auf dem Spiel steht. Ist es tatsächlich so schlimm, ein paar Mal auf eine Veranstaltung zu verzichten? Das Corona-Virus mit seiner heimtückischen Wirkung und Verbreitung ist weder von Verschwörungstheoretikern erfunden, noch ist es ein Vorwand der Regierung, um die Schweiz zu usurpieren. Walter Stucki, Hünibach

Zu «Die BLS zahlt dem Bauriesen Marti 41 Millionen Franken mehr»

Das ganze Debakel basiert auf dieser unseriösen und nicht bis ins Detail durchdachten Ausschreibung. Ingenieure und sogenannte beigezogene Fachleute mit entsprechender Honorierung, die den eigentlichen Fehler zu verantworten haben, ziehen einmal mehr ihre Köpfe aus der Schlinge. Hier wird einmal mehr eine heisse Kartoffel zwischen den Ämtern und Fachstellen hin und her geschoben. Niemand hat den Mut, für den klaren Fehler geradezustehen, oder was eigentlich richtig wäre: die finanziellen Konsequenzen zu tragen. Nun wird das Sanierungsprojekt im Umfang der - durch die unsachgemässen Abklärungen - verursachten Mehrkosten gekürzt. Warum werden wir als Bürger und Steuerzahler immer wieder für blöd verkauft? Werner Leuenberger, Kirchberg

Zu «Lonza verursacht Klimaschaden – Bund schaut zu»

Das Verhalten der Walliser Firma Lonza im Fall der Treibhausgasemissionen aus ihrer Fabrik entlarvt einmal mehr das Gebaren von Grosskonzernen. Die Lonza bläst seit 1971 Lachgas in die Umgebung und verursacht damit einen Treibhauseffekt von ca. 600’000 Tonnen CO2 pro Jahr, soviel wie die gesamte Stadt Luzern. Statt das Problem möglichst schnell zu beseitigen, verlangt der Konzern die Bezahlung der Investition über die Klimakompensation und verzögert so die Lösung bis 2022. Der absolute Gipfel ist aber, dass die Lonza nun damit droht, man erwäge diese Produktion nach China zu verlegen und sagt, dass deshalb 3000 Arbeitsplätze gefährdet seien. In China kann die Lonza offenbar noch jede Sauerei in die Luft blasen. Mit der Annahme der Konzernverantwortungsinitiative wird eine solch umweltschädliche Produktion von Schweizer Konzernen auch im Ausland nicht mehr möglich sein. Es ist höchste Zeit, hier einen Riegel zu schieben! André Hubacher, Urtenen-Schönbühl

Zu «Mehrere Ansteckungen bei Seniorenzmittag»

Im Artikel steht, dass sich anlässlich eines Seniorenzmittags rund zehn Personen mit dem Coronavirus infiziert haben. Es wäre allerdings interessant, über den Krankheitsverlauf dieser infizierten Personen etwas zu erfahren! Wie viele erkranken? Wie viele zeigen Symptome? Wie viele müssen zum Arzt und oder gar hospitalisiert werden? Wir werden tagtäglich mit Zahlen von positiv getesteten Personen bombardiert. Damit können wir eigentlich gar nichts anfangen. Marianne Burkhalter, Port

Zu «Ein guter und ein schlechter Tag für die Grünen»

Es sind Heuchler, denn ich kann jedes Wochenende im Berner Oberland unzählige Autos mit Basel-Stadt-Kennzeichen feststellen. Selbst eine Lehrfahrt von einem Bus der Basler Verkehrs-Betriebe ist kürzlich in Interlaken zu bestaunen gewesen. Mit einer solchen Gesinnung darf doch nicht grün gewählt werden. Wollen die Wählerinnen und Wähler von Basel-Stadt nur den eigenen Kanton vor den Abgasen schützen? Und der Rest der Schweiz soll ihre Abgase einatmen? Davor schützen auch Masken nicht. Dieser Zustand ärgert mich schon länger, Wein trinken und Wasser predigen. Hansjörg Rauch, Uetendorf

Zu «Der Rothaarige mit dem verklärten Blick trägt Rosa»

In der heutigen Zeit und der täglichen Auseinandersetzung mit dem Thema Diskriminierung finde ich den Titel «Der Rothaarige mit dem verklärten Blick trägt Rosa» völlig deplatziert. Rothaarige wurden in der Vergangenheit auch immer ausgegrenzt. Ich könnte aus meiner eigenen Vergangenheit viele Beispiele erzählen. Also bitte ich hier auch um ein bisschen mehr Feinfühligkeit! Werner von Allmen, Goldswil

Zu «Im Kanton Bern steht der Sport fast still»

Sport ist gesund und darf gefördert werden - muss aber nicht. Sport ist eine Freizeitbeschäftigung. Was sich zurzeit abspielt ist unanständig: Spieler, Funktionäre und Verbände verdienen sehr gut und gleichzeitig stellen sie extreme Forderungen. Wir bezahlen Eintrittsgebühren, Sponsoren zahlen Millionenbeträge, Gemeinden, Kantone und Bund bezahlen Unsummen von Beträgen. Es ist Geld, das wir mit Steuern bezahlen. Steuergelder müssen in dieser Krise vor allem für Arbeitslose, Kurzarbeitende und KMUs eingesetzt werden. Die Anstrengungen des Bundes und der Verwaltung zur Dämmung der Coronakrise sind vernünftig und angezeigt. Harte Massnahmen des Bundes zur Bewältigung der Coronakrise sind dringend notwendig. Unterstützung brauchen prioritär die Arbeitnehmenden und nicht die Profisportler. Peter Trevisan, Oberhofen

Zu «Die FDP hadert – und übt Selbstkritik»

Wenn die FDP-Politik seit dem Startschuss ihrer Delegiertenversammlung mit Präsidentin Petra Gössi kaum mehr von grünem Geschwätz zu unterscheiden ist, wird der Fall der bürgerlichen Hochburg in Muri nicht der letzte sein. Wenn ich wirklich eine grüne Wende herbeisehne, warum den grünen Verschnitt einer einst bürgerlichen Partei wählen und nicht das grüne Original? Peter Bolliger, Münsingen