Fronten klären sich

«Die FDP-Fraktion wird Pelli nominieren müssen und ihm wohl noch eine Alibikandidatur zur Seite stellen.»

So macht man es, für sich eine gute Ausgangslage für die Wahl in die Landesregierung zu schaffen. Zuerst zierte sich Fulvio Pelli, weil er ja als FDP-Präsident für die Partei kämpfen müsse. Dann lässt er sich von seiner Tessiner Kantonalpartei nach langem Drängen formell nicht nominieren – lässt aber ein entscheidendes Hintertürchen offen. Der gewiefte Taktiker liess via seine Kantonalsektion durchblicken, dass er die Herausforderung aber dann doch annehmen würde, wenn die Kandidatur «zur Rettung des zweiten Sitzes von entscheidender Bedeutung» sei. Auf gut Deutsch übersetzt, heisst das: Der Tessiner FDP-Nationalrat Fulvio Pelli will unbedingt Bundesrat werden.Die Chancen für ihn sind nicht schlecht: Die FDP-Fraktion wird Pelli nominieren müssen und ihm wohl noch eine Alibikandidatur zur Seite stellen. Der Anwalt kann im Gegensatz zu den meisten anderen Kandidaten der FDP auf die Stimmen der SVP zählen, was essenziell ist, um als Freisinniger gewählt zu werden. Allerdings dürfte dadurch auch eine Kandidatur des CVP-Ständerates Urs Schwaller Auftrieb erhalten. Nicht nur, dass er auf viele Stimmen aus der kleinen Kammer zählen kann, auch zahlreiche Romands werden dann doch lieber den Freiburger Schwaller unterstützen, als dem Nicht-Romand, aber Lateiner Pelli zu folgen.gregor.poletti@bernerzeitung.ch>

Berner Zeitung

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