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«Sperrt die Fifa die Schweizer, hat sie ein Problem»

Der ehemalige Präsident der Fifa-Disziplinarkommission, Marcel Mathier, schätzt den Doppeladler-Jubel ein.

Nach dem 2:1-Siegtreffer zeigen Xhaka, Shaqiri und Lichtsteiner den Doppeladler-Jubel. Video: SRF

Was sagen Sie als ehemaliger Präsident des SFV und der Fifa-Disziplinarkommission zum Torjubel von Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und Stephan Lichtsteiner?

Zuerst einmal haben mir die beiden wunderschönen Tore viel Freude bereitet. Der Jubel mit dem Doppeladler entstand aus den Emotionen heraus, ich verstehe ihn als Zeichen an die Freunde und Familien der Spieler und habe absolutes Verständnis dafür.

Nun untersucht die Fifa den Fall. Was haben Sie gedacht, als Sie davon erfahren haben?

Ich bin überrascht, dass die Fifa ein Verfahren eröffnet hat. Für mich ist der Jubel wie gesagt aus der Euphorie heraus entstanden und kein politisches Zeichen und keine Provokation gegenüber Serben oder Schweizern.

Marcel Mathier (82) aus dem Wallis war von 1993 bis 2001 Präsident des SFV. Er engagierte sich 15 Jahre lang bei der Fifa und war auch Vorsitzender der Disziplinarkommission des Weltverbandes. Das Bild entstand an einer Fifa-Pressekonferenz im Jahr 2006. Bild: Keystone
Marcel Mathier (82) aus dem Wallis war von 1993 bis 2001 Präsident des SFV. Er engagierte sich 15 Jahre lang bei der Fifa und war auch Vorsitzender der Disziplinarkommission des Weltverbandes. Das Bild entstand an einer Fifa-Pressekonferenz im Jahr 2006. Bild: Keystone

Wie gross ist die Chance, dass Xhaka, Shaqiri und Lichtsteiner gesperrt werden?

Das kann ich nicht beantworten. Dem Urteil schaue ich aber mit grossem Interesse entgegen.

Was, wenn es tatsächlich zu Spielsperren gegen die Doppeladler-Jubler kommen sollte?

Dann hat die Fifa ein grosses Problem. Von da an müsste nämlich jede Geste, die auf irgendeine Weise einen politischen oder religiösen Hintergrund haben könnte, untersucht werden. Das würde viele neue und komplizierte Fälle nach sich ziehen.

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