Glanzvolle Rückkehr

Der BSV Bern hat St. Otmar St. Gallen 38:29 bezwungen. Überragend agierte neben Torhüter Edin Tatar der zuvor lange verletzt gewesene Matthias Gerlich.

Matthias Gerlich freut sich nach einem seiner 13 Tore.

Matthias Gerlich freut sich nach einem seiner 13 Tore.

(Bild: Raphael Moser)

Reto Pfister

Matthias Gerlich hatte sich lange gedulden müssen, bis er wieder ins Geschehen eingreifen konnte. Mitte Februar hatte sich der Rückraumschütze die Nase gebrochen. Dies ist eigentlich keine Verletzung, die einen Leistungssportler daran hindert mitzuspielen. Fussballer laufen häufig mit einer Schutzmaske auf, um das verletzte Körperteil vor Schlägen zu schützen. Im Handball, wo es häufig zu Aktionen auf Kopfhöhe kommt, ist das Spielen mit Maske jedoch nicht erlaubt. Der 31-jährige Deutsche musste in der Folge auf einen Einsatz warten, bis der Arzt das Einverständnis gab.

Vor einer Woche durfte er wieder mit Gegnerkontakt trainieren, am Donnerstag sein Comeback geben. Weil er den Gesichtsschutz im Spiel eh nicht hätte benützen können, trainierte er zuvor, ohne Zweikämpfe zu führen. Das Spiel gegen St.Otmar St.Gallen nutzte er für eine glanzvolle Rückkehr. Gerlich erzielte 13 Tore, am Schluss durfte er auch noch zum Siebenmeter antreten, normalerweise eine Domäne des Berner Topskorers Simon Getzmann. Der BSV setzte sich im Laufe des Spiels immer mehr vom Gegner ab und behauptete sich nach einer spektakulären Partie 38:29.

Die St.Galler können die Berner damit in der Finalrunde nicht mehr einholen. Verliert Wacker Thun am Samstag gegen Kadetten Schaffhausen, steht bereits fest, dass der BSV mit Heimrecht in die Playoff-Viertelfinals startet. Praktisch sicher ist, dass Wacker oder St.Otmar der Gegner ist. Ein Aufeinandertreffen mit Suhr Aarau ist extrem unwahrscheinlich.

Zwei Spieler ausgezeichnet

?«Wenn es läuft, dann läuft es», kommentierte Gerlich seine Darbietung vom Donnerstag, die mit einer Note 6 belohnt worden wäre, wenn im Handball Einzelspielerbewertungen üblich wären. «Ich habe wohl auch davon profitiert, dass ich frisch gewesen bin, weil ich zuletzt nicht gespielt habe», nannte er einen weiteren Grund für seine Glanzleistung. Gerlich war jedoch nicht der einzige Berner, der am Donnerstag zu herausragender Form auflief. Torhüter Edin Tatar war kaum zu überwinden, er wehrte 21 gegnerische Angriffe ab.

Bei der Wahl der besten Spieler wurden daher gleich beide Akteure ausgezeichnet. Der Ausfall des kranken Spielmachers Jakub Szymanski fiel so gar nicht ins Gewicht. Der BSV ist für die Playoffs gerüstet. ?«Es gibt Leute, die auf den einen oder anderen Gegner spekulieren. Mir ist dies egal. Wenn wir weit kommen wollen, müssen wir jeden schlagen», sagte Gerlich. So spricht jemand, der mit grossem Selbstvertrauen ausgestattet ist.

Berner Zeitung

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