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Hitziger Abstimmungskampf«Hurensöhne», «Papier-Katholikinnen» und zerstörte Briefkästen

In der moralisch aufgeladenen Schlammschlacht um die Konzernverantwortungsinitiative werden Leute aus beiden Lagern bedroht und verunglimpft. Doch niemand will Verantwortung übernehmen.

GLP-Nationalrätin Isabelle Chevalley muss einiges einstecken, weil sie sich gegen die Konzernverantwortungsinitiative einsetzt.
GLP-Nationalrätin Isabelle Chevalley muss einiges einstecken, weil sie sich gegen die Konzernverantwortungsinitiative einsetzt.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Der Kampf um die Konzernverantwortungsinitiative ist endgültig ausser Kontrolle geraten. Der Co-Präsident eines Komitees muss in einem Mail lesen, er sei ein «Hurensohn». Einem Politiker mit jüdischer Herkunft wird angedroht, es sei höchste Zeit, ihm «eine richtige Dusche zu verabreichen». Bei einer Nationalrätin wurde sogar der Briefkasten zerstört und das Autokennzeichen mit Klebeband verunstaltet. Es gibt Fälle, in denen mittlerweile die Polizei aktiv ist.

Betroffen sind sowohl Gegner als auch Befürworter. Auffällig ist, dass gerade Politikerinnen aus der Mitte, die sich gegen die Initiative einsetzen, besonders heftig attackiert werden. «Ich wurde noch nie derart persönlich bedroht wie in diesem Abstimmungskampf», sagt CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter, die im Vorstand von Economiesuisse sitzt. Die Entwicklung bereitet ihr Sorgen. Ein Beispiel: Kürzlich wurde sie auf Twitter aufgrund ihres Doppelnamens mit der Waffen-SS in Verbindung gebracht.

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