«Ich weiss auch nicht, was mit mir los ist»

Hollands Torjäger Arjen Robben ist in der Form seines Lebens. Wird er noch zum Superstar dieser WM und stiehlt seinem heutigen Gegner Lionel Messi die Show?

«Ich kann laufen ohne Ende»: Arjen Robben ist Hollands Motor. Auch gegen Argentinien?

«Ich kann laufen ohne Ende»: Arjen Robben ist Hollands Motor. Auch gegen Argentinien?

(Bild: Keystone)

Vor vier Jahren wurde Arjen Robben im WM-Final zur tragischen Figur. Er hatte alleine vor Iker Casillas den Matchball auf dem Fuss, scheiterte dann aber am glänzend reagierenden spanischen Torhüter. Und das rächte sich bitter. Die Spanier setzten sich schliesslich mit 1:0 durch und wurden erstmals Weltmeister.

In Brasilien soll nun alles anders werden für Robben. Er ist in der Form seines Lebens und wundert sich. «Ich weiss auch nicht, was mit mir los ist. Ich kann laufen ohne Ende, und auch noch in der Verlängerung ist der Tank noch nicht leer. Ich habe noch immer Kraft, einen draufzupacken», so der Flügelspieler vom FC Bayern gegenüber «Bild».

Robbens statistische Werte sind denn auch eindrücklich: Er schoss drei Tore, steuerte zwei Assits bei, war mit einer Spitzengeschwindigkeit von 31,6 km/h unterwegs und verzeichnet 17 Schüsse aufs Tor.

Die Bilanz des Argentiniers Lionel Messi, auf den Robben heute Abend im zweiten Halbfinal trifft, sieht ähnlich aus: vier Tore, eine Vorlage, 29,6 km/h Spitzengeschwindigkeit, 18 Torschüsse. Doch die Physis spricht eindeutig für Robben. Er lief bei seinen fünf Einsätzen 55,4 Kilometer, sage und schreibe 14 Kilometer mehr als Messi.

Argentiniens Defensivspezialist Javier Mascherano verspricht: «Wir werden alle Vorkehrungen treffen, um Hollands besten Konterspieler Robben zu stoppen. Darin liegt der Schlüssel für unseren Einzug ins Endspiel.» Die Erwartungen in der Heimat sind extrem hoch. «Der Tisch ist gedeckt», titelte die Zeitung «La Nacional» schon nach dem doch recht mageren Viertelfinalsieg gegen Belgien.

Kehrt De Jong zurück – und fällt Van Persie aus?

Die Holländer fürchten – wie könnte es anders sein – den argentinischen Superstar Messi am meisten. Obwohl dieser den Nachweis seiner Extraklasse im Nationaltrikot in grossen Spielen bislang schuldig blieb. Die Frage, wer Messi beschatten und mit physischer Härte einschüchtern soll, ist noch nicht endgültig beantwortet.

Ein möglicher Kandidat ist Nigel de Jong, für den die WM wegen einer Leistenverletzung offiziell schon zu Ende war. Die Zeitung «De Telegraaf» berichtete, der Mann, der im WM-Final 2010 Xabi Alonso einen Kung-Fu-Tritt verpasste, könnte rechtzeitig fit werden. Ein Fragezeichen steht auch hinter der Besetzung auf der zweiten Stürmerposition neben Robben: Captain Robin van Persie hat Magenprobleme und könnte ausgerechnet gegen die Argentinier ausfallen. Der Einsatz von Abwehrchef Ron Vlaar ist ebenfalls unsicher. Er leidet seit letzten Samstag an Kniebeschwerden.

Voraussichtliche Aufstellungen

Holland: Cillessen - De Vrij, Vlaar, Martins Indi - Kuijt, De Guzman, Sneijder, Wijnaldum, Blind - Robben, Van Persie.

Argentinien: Romero - Zabaleta, Demichelis, Garay, Rojo - Maxi Rodriguez, Mascherano, Biglia - Messi, Lavezzi - Higuain.

tn

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